§ 100—J 0-2.
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zufolge nie der Fall ist, da wir sie vielmehr immer in der Nähe der Sonneerblicken. Pto lern aus ordnete offenbar die Planeten in seinem Shstenie soan, das; er den geschwindesten für den nächsten und den langsamsten für denentferntesten von der Erde hielt. So kamen der Mond, der in 27 Tagen, undSaturn, der erst in 29 Jahren um die Erde geht, an die beiden äußerstenGrenzen, und die Sonne, Mars und Jupiter wurden nach dieser Regel leichtzwischen jene eingeschaltet. Aber wo sollten nun Merkur und Venus hingesetztwerden, sie, die bald geschwinder, bald wieder langsamer als die Sonne gehen?Sie mit Ptolemäns ohne weiteres zwischen die Erde und die Sonne zusetze», geschieht offenbar ohne hinreichende Ursache und nur aufs Gerathewohl.Wie unwahrscheinlich ist es ferner, daß diese kleine Erde so große und so ent-fernte Himmelskörper, wie z. B. Jupiter oder gar die Sonne, in Kreisenum sich führe:: soll, und wie viel unwahrscheinlicher ist es noch, daß dieselbeErde die äußerste oder elfte Sphäre, unb durch diese die Sphären aller anderenPlaneten, und selbst die der Fixsterne, in einer so sonderbaren Bewegung undalle ohne Ausnahme genau in derselben Zeit täglich um ihren Mittelpunkt be-wegen soll! Ptolemäns scheint diesen Ungereimtheiten dadurch begegnen zuwollen, daß er jene Sphären als feste Körper, gleichsam als krystallene Kugel-schalen annahm, welche die tu ihren Oeffnungen angebrachten Planeten mitsich selbst um die Erde wälzen. Aber was sollte man, wenn man auch diesenwunderlichen Einfall annehmen wollte, mit den unzähligen Kometen ansangen,die oft aus viel größeren Entfernungen als die äußersten Planeten sich znrErde oder zur Sonne herablassen und sich. dann, aus ihrem Rückwege, wiederin die uingcmessenen Räume des Himmels verlieren? Müßten sie diesekrystallenen Sphären nicht schon längst in allen ihren Teilen durchlöchert undzertrümmert haben?
§ 102. (Aco»vtisches Planetensystem.) Diese und mehrere andere Gründe zeigendie Unzulässigkeit dieses Systems zu deutlich, als daß man ihm noch längeranhängei: könnte. Auch fühlten dies schon die älteren Astronomen, und be-sonders siel ihnen die bereits oben angeführte Bemerkung auf, daß man Merkurund Venus nie der Sonne gegenüber sieht, wie man sie doch, bei einer solchenAnordnung derselben, sehen müßte. Sie suchten daher auch die angegebeneOrdnung der Planeten dahin abzuändern, daß sie den Mond, die Sonne,Mars , Jupiter und Saturn in immer größeren Kreisen wie zuvor um die inihren: gemeinschaftlichen Mittelpunkte ruhende Erde einhergehen ließen, die beidenunteren Planeten aber in kleineren Kreisen, deren Mittelpunkt die Sonne ist,nur dieselbe bewegten. Auf' diese Weise entstand das, soviel wir wissen, zuerstvon Heraklides dein Pontiker ausgedachte und später fälschlich dei: Aegypterirzugeschriebene System, in welchem die Sonne der Mittelpunkt der Bewegungfür die zwei unteren Planeten, die Erde aber das Centrum für die Sonne so-wohl als auch für alle übrigen Planeten >var. Dadurch wurde nun wohl die