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Littrow. Wunder des Himmels oder gemeinfassliche Darstellung des Weltsystems / J. J. von Littrow ; nach den neuesten Fortschritten der Wissenschaft bearbeitet von Edmund Weiss
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Slcfvnftion, Pni.iksjwn und Mutation.

J. Abt. Klip. XII.

Uebrigens ist unsere Kenntnis der Dämmerung noch sehr nnvollkomnicnund bedarf, wie I. F. I. Schmidt in Athen gezeigt hat, noch mannichfalti-gcr Vervollständigungen.

§ 17?. cPrHMion der Nachtgicichcii.) Es war bereits allen Kulturvölkern desAltertums bekannt, daß zwar die Breite der Sterne unverändert bleibt, daßhingegen die Länge derselben langsam zunehme, und zwar, wie sie allgemeinannahmen, um einen Grad in einem Jahrhundert. Für den Orientscheint aber erst der bereits oben erwähnte Hipparch, wohl der größte unterden griechischen Astronomen, der gegen das Jahr 140 vor Chr. G. lebte, dieseErscheinung entdeckt oder mindestens allgemein bekannt gemacht zu haben, und dadiese Bewegung allen Sternen gemeinschaftlich ist, so schloß er daraus, daß sieihre Ursache nicht in den Sternen selbst, sondern in dem Frühlingspunkt habe,und daß daher dieser Punkt es sei, der in einem Jahrhundert um die Größevon 1° rückwärts oder von Ost nach West, gegen die Ordnung der Zeichen03), gehe. Da aber dabei die Breite der Sterne unverändert bleibt, sokann auch die Lage der Ekliptik keine Aenderung leiden, und daher muß jeneZunahme der Länge der Sterne in einem Rückwärtsgehen des Acgna-tors auf der festen Ebene der Ekliptik gesucht werden. Die genauerenBeobachtungen der Neuzeit haben mm gelehrt, daß man im Altertume dieSchnelligkeit dieses Rückwärtsgehens des Aegnaters auf der Ekliptik, das manPräzession der Nachtgleichcn (vergl. § 114) genannt hat, beträchtlichunterschätzte, indem es in einem Jahre 00-2113", also bereits in 71 y., Jahreneinen Grad beträgt. Ueberdies wissen wir jetzt, daß auch die Ebene derEkliptik selbst nicht immer dieselbe Lage am Himmel behält, sondern habenbereits einmal (§ 50) hervorgehoben, daß sie gegemvärtig dem Aeguator jähr-lich mn nahe 0-48" näher tritt. Aber diese eigene Bewegung der Ekliptik isterstens viel geringer als jene des Aeqnatvrs, sie entspringt auch zweitens auseiner ganz anderen Quelle, und sie ist endlich zivischen enge Grenzen einge-schlossen, so das; wir sie hier ohne merklichen Fehler ganz außer Betrachtunglassen können. Nehmen mir daher an, daß die Schiefe der Ekliptik immerdieselbe und die Lage der Ekliptik am Himmel unverändert bleibt, so werdenivir die Präzession dadurch vorstellen können, das; wir den Aeguator VQlF-ig. 2, S. 25) mit sich selbst parallel jährlich um 50-2113" auf der festenEkliptik VL rückwärts gehen lassen, wodurch also auch der F-rühlingspnnkt Vin der Ekliptik jährlich um dieselbe Größe in der Richtung VM rückwärtsgehen und daher die Länge aller Sterne in jedem Jahre um dieselbe Größewachsen ivird.

Wcim aber die Schiefe der Ekliptik oder der Winkel bVt) konstant ist, soist auch die Entfernung NE des Pols N des Aegnators von dem Pole E derEkliptik konstant, da diese Entfernung gleich jenem Winkel ist (Einl., § 7). Daferner der größte Kreis, der durch die beiden Pole E und N dieser zwei