§ 55-57.
SettiiS.
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Auf seinen Vorschlug wurde Richer von der Pariser Akademie nach Caycnnegeschickt, um dort die mittägigen Höhen des Mars (I, § 64) zu beobachten, wäh-rend dieselben Höhen in Paris von Pieard und Römer beobachtet wurden.Cassini schloß daraus die Parallare des Mars gleich 25V 2 ", und dadurchwar, mittels des dritten Gesetzes von Kepler, die der Sonne gleich 9 1 , 2 "gegeben, woraus also die Entfernung der Sonne von der Erde gleich 21 712Erdhalbmessern folgte. Diese Beobachtungen wurden im September des Jahres1072 angestellt. In den folgenden Jahren setzte Cassini diese Untersuchungenauf einem andern Wege fort, indem er die Differenz der Rektaszensionen desMars mit benachbarten Firstcrnen sechs Stunden vor und sechs Stunden nachseiner Kulmination verglich. Cassini fand durch diese zweiten Beobachtungendas erste Resultat im allgemeinen bestätigt, Noch besser eignete sich scheinbarzu diesen Bestiunnungcn die Venus, da sie uns in ihren unteren Konjnktivnennoch beträchtlich näher komint als Mars. Allein es ist schwer, die Mittags-höhen der Venus zu dieser Zeit zu beobachten oder auch ihre Lage gegen be-nachbarte Fipsterne zu bestimmen, da ihre Lichtphase dann sehr klein und dieseMethode daher keiner sehr großen Genauigkeit fähig ist. Maraldi, Bian-chini und Lacaille beschäftigten sich anhaltend damit und machten es zwarsehr wahrscheinlich, daß die Parallare der Sonne nahe 9" betrage; aber dieAstronomen mußten doch noch iunner wünschenswert finden, eine andere, ge-nauere Methode zu besitzen, um sich der wahren Größe dieses wichtigen Ele-mentes vollkommen zu versichern.
§ 57. lVenuödurchgaug von 176 N., Der Venusdurchgaug des Jahres 1761 hatteein Mittel, diesen Zweck zu erreichen, dargeboten. Allein man sah bald, daßbei dem Durchgänge dieses Jahres mehrere ungünstige Verhältnisse znsammen-gewirkt hatten, und daß mau sich daher zufriedengeben mußte, eine Bestätigungder von Cassini aufgestellten Parallare gefunden zu haben, obschon man an-fangs gehofft hatte, sie genauer bestimmen und ihre Unsicherheit in engereGrenzen einschließen zu können.
Unter diesen Umständen erwartete man mit Ungeduld den nächstfolgendenDurchgang der Venus am 3. Juni 1769, von dein nran sich durch Rechnungvoraus versichert hatte, daß er viel günstigere Verhältnisse zur Bestimmung derSonnenparallare darbieten würde, wenn die Beobachtungen in den zu diesemZwecke angemessensten Orten der Erde angestellt würden. Die dazu geeignetstenwaren das Südineer, Kalifornien und die nördlichsten Gegenden von Europa sowohl als auch von Asien .
Die Monarchen aller gebildeten Nationen Europas bemühten sich mitruhmwürdigem, bis dahin beispiellosein Wetteifer, die Astronomen zur Erreichungdieses für die Wissenschaft so wichtigen Zweckes zu unterstützen. Frankreich ,dessen Minister Choiseul sich der Sache mit besonderem Eifer annahm, sendetedie Astronomen La Chappe nach Kalifornien , Pingrö nach St. Domingo