Buch 
Littrow. Wunder des Himmels oder gemeinfassliche Darstellung des Weltsystems / J. J. von Littrow ; nach den neuesten Fortschritten der Wissenschaft bearbeitet von Edmund Weiss
Entstehung
Seite
494
JPEG-Download
 

494

Saturn .

>. Abt. Kap. Vsll.

Planeten stürzen würden. Dies kann nur vermieden werden, wenn sie um eineAchse rotiren, die auf ihrer Ebene senkrecht steht und nahe durch den MittelpunktSaturns geht, so daß auf diese Weise ihre Schwere gegen den Planeten durchdie Zentrifugalkraft ihrer Umdrehung aufgehoben oder tut Gleichgewichte er-halten wird. Die Theorie zeigt, daß eine durch diese Rotationsachse auf dieFläche des Ringes senkrechte Ebene diesen Ring in einer Ellipse schneiden muß,deren große Achse verlängert durch den Mittelpunkt des Planeten geht, unddaß dann die Dauer der Rotation des Ringes sehr nahe dieselbe mit der Re-volution eines Satelliten sein wird, der sich in der Entfernung des Mittel-punkts jener Ellipse um Saturn bewegt. Diese Revolution ist aber gleichlO-/z Stunden, und nahe so groß hat auch Herschel durch seine Beobach-tungen die Rotation des Ringes gefunden.

Da sonach, der Theorie und den Beobachtungen Herschel's zufolge, derRing in der That um seinen Planeten rotirt, so mußte die BeobachtungSchröter's oder doch die von ihm daraus gezogene Folgerung fehlerhaft sein.Olbers war der Erste, der uns zeigte, daß die Erscheinung, die Schröterin Lilienthal so oft gesehen hatte, ihren Grund nicht in den vermeinten Bergendes Ringes, sondern in der Erleuchtung desselben durch die Sonne habe.

Seien .jj', 11' . . . (Fig. 58, S. 487) die Gesichtslinien, unter welchen manvon der Erde aus die gegen diese Linien stark geneigte Fläche der Ringe sieht.Offenbar werden dann diejenigen Gesichtslinien unter allen die hellsten Bildergeben, von welchen der größte Teil durch die beiden Ringslächen geht, weildiese allein, nicht aber die zwischen ihnen und der Kugel enthaltenen leerenRäume das Licht zurückwerfen. Betrachten nur mehrere dieser mit jj' parallelenLinien, so wird zuerst die zunächst an dem Rande der Kugel durch ll gehendeLinie die beiden Ringslächen in vier Teilen schneiden, deren Summe aberoffenbar innncr größer werde«: wird, je weiter die Gesichtslinie von b nach jj'rückt, und in jj' selbst wird diese Summe an: größten sein, also auch hier derRing am hellsten erscheinen. Von jj' weiter gegen II' wird diese Summe ab-nehmen und nahe vor II' am kleinsten sein. Von da wird sie wieder wachsenund in II' selbst neuerdings ihren größten Wert erhalten, wo also der Ringneuerdings am hellsten, aber nicht ganz so hell wie in jj' erscheinen wird, weildie Summe der beleuchteten Teile der Gesichtslinie in II' offenbar kleiner alsin jj' ist. Je weiter dann diese Gesichtslinien von II' gegen n noch wegrücken,desto kleiner wird der beleuchtete Teil, bis er endlich an den: äußersten Randen des Ringes gänzlich verschwindet.

Es werden sich daher, die Ringe mögen rotiren oder nicht, und sie mögenin der Gestalt einer sehr schmalen Ellipse oder auch in der einer geraden Linieerscheinen, immer zwei Lichtknoten auf jeder Seite der Kugel zeigen, von welchender hellere in der Richtung von jj' und der minder helle in der von II' stehenwird, und an diesen Stellen hat auch Schröter in der That seine vermeinten