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Littrow. Wunder des Himmels oder gemeinfassliche Darstellung des Weltsystems / J. J. von Littrow ; nach den neuesten Fortschritten der Wissenschaft bearbeitet von Edmund Weiss
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Neptun.

2. Abt. Kap. X.

hier und mit nach größerem Rechte wiederholen. Aber es ist ohne Zweifelunrecht, die Zufriedenheit und das Wohlsein der Bewohner anderer Welten nachunseren Bedürfnissen abzumessen und sie sofort für unglücklich zu achten, weilwir uns, an ihre Stelle verseht, nicht glücklich finden würden. Indeß sindwir gezwungen, weitn wir von ihnen reden wollen, sie mit unseren Augen an-zusehen und mit unserem eigenen Maßstabe zu messen. Ohne daher über ihrSchicksal absprechen zu wollen, beschränken nur uns darauf, nur dasscnige zubetrachten, was uns in den Verhältnissen treffen würde, denen sie ausgesetztsind, in Verhältnissen, die sie, mit einer anderen Organisation und mit ganzanderen Einrichtungen versehen, auch wohl wieder mit ganz anderen Augen an-sehen werden. Es hat nicht an Solchen gefehlt, und unter ihnen haben sichselbst berühmte Astronomen gefunden, die sich diesen Spekulationen mit einerArt von Vorliebe hingegeben haben und sich nicht damit begnügten, zusehen, welchen Einfluß eine andere Einrichtung der Jahreszeiten, der Temperaturund Beleuchtung bei fremden Weltkörpern auf die Bewohner derselben, wennsie im allgemeinen uib ähnlich wären, hervorbringen würde, sondern die dieseSpiele der Einbildungskraft oder ihre schwärmerischen Träume auch noch aufdie übrigen körperlichen und geistigen Eigenschaften der Bewohner jener Planetenfortgesetzt haben. Es mag uns zum Schlüsse dieses Gegenstandes erlaubt sein,einige dieser Phantasien zur Erheiterung der Leser hier anzuführen.

Zuerst wollen wir aber bemerken, wie es allerdings sehr wahrscheinlich ist,daß auch jene Weltkörper mit Geschöpfen aller Art bedeckt sind, und daß auchdort zahllose organische Wesen sich ihres Lebens erfreuen. Auf unserer Erdefinden wir jedes Sandkorn, jeden Wasiertropfen belebt wie sollten so un-ermeßliche Kugeln ganz ohne Bewohner sein! Auf unserer Erde finden wirferner, nicht bloß bei den Tiere», wo die Abstufungen unendlich sind, sondernselbst bei den Menschen, welche die verschiedenen Gegenden der Erde bewohnen,bei dem Lappländer und dem Reger, so große Unterschiede wie sollte» siebei den Bewohnern des Merkur und des Neptun nicht noch viel größer, undwarum sollte es einer lebhaften Einbildungokrast nicht gegönnt sein, diese Unter-schiede aufzusuchen und sie denjenigen Verhältnissen, die wir von jenen Planetenkennen, so gut wir nun eben können, anzupassen? vorausgesetzt, daß man beiden allgemeinen Bestimmungen stehen bleibt, ohne sich weiter in das Detailder geistigen oder körperlichen Vorzüge einzulassen, die jene uns gänzlich un-bekannten Geschöpfe vor uns haben oder auch entbehren mögen.

§ 108. tHiwgk'cns' Meinungen über die Bewohner der Planeten.) Dies hat aber ,S5 111) g h e'Nsin seinem bekannten Cosnwtheoros, wenigstens in dem ersten Teile des-selben gethan, und er hat darin an dem Kardinal Cnsa , an dem unglücklichenBruno und selbst an Kcpler in des Letzteren Sonmüiiu aMroitoinicum schonVorgänger gehabt, deren Fnßstapfen er nur verfolgen und weiter ausbildendurfte. So meint Huyghens, daß auf allen diesen Welten, so verschieden