§ 120 .
Dcr Mund.
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Die Revolutionen, durch die sie erzeugt wurden, müssen von der heftigsten Artgewesen sein. Der eigentliche Kern des Kopernikus ist ein solches Ringgebirge,dessen Inneres ganz das Aussehen eines Kraters hat, und dieser nun schonvielleicht seit Jahrtausenden erstarrte Schlnnd hat 90 Kilometer im Durch-messer , während der Krater des Aetna in Sizilien wenig mehr als ein Kilo-meter im Durchmesser hat. Die Flächen und Thäler, welche diese Ringgebirgeeinschließen, haben öfter eine Ausdehnung von 1O bis 15 OOO Quadratkilometer.Die von den Wallgcbirgen eingeschlossenen Räume sind als Einsenkungcn, alsleere, trockene Kraterbecken zu betrachten, die weiter keine Aehnlichkcit mitunseren von Bergrücken eingeschlossenen Ländern, wie z. B. Böhmen u. dgl.haben, und deren Tiefe nach Mädler's und Schmidt's Messungen oft biszu 7000 und mehr Meter geht, die also zuweilen so tief sind, als unser Chim-borasso hoch ist. Einen solchen Krater findet man z. B. bei Cleomedes an derNordseite des Mure crisium, nahe an dem westlichen Rande der Karte; erhat 130 Kilometer in seinem obersten Durchmesser und über 3000 Meter Tiefe.Welch ein Anblick für ein menschliches Auge, in einen Kessel von solchemDurchmesser und dieser Tiefe hinabzuschauen! Und doch gehört Cleomedeskeineswegs zu den tiefsten Ringgebirgen; Mädler und Schmidt fanden fürdie Tiefe von Harpalus 5OOO Meter, während er sich auf seiner Außenseitenur 800 Meter über das Mure frigork erhebt. Bei Kopernikus findet Secchihingegen den Boden des Kraters gegen 1000 Meter höher als die umgebendeEbene. Die Zentralberge in den Kratern erreichen oft sehr bedeutende Höhen,so im Moretus 2000 Meter u. s. w.
Die Ringgebirgc haben, wie Schröter mutmaßt, das Merkwürdige, daßdie Masse dieser Berge immer sehr nahe so groß ist, als eben hinreichen würde,den Krater auszufüllen, den sie umgeben. Schröter hat sich Modelle vondiesen Gegenständen gemacht und diese Bemerkung durch Messung häufig be-stätigt gefunden. Der Ring wäre dann dieselbe Masse, die den Krater vorseiner Entstehung ausgefüllt hat, zum Zeichen, daß diese Krater, mit denendie Oberfläche des Mondes gleichsam übersäet ist, nicht durch Einsturz, sonderndurch Eruption entstanden seien. Auch scheint es, daß die durch innere Gährungan die Oberfläche geschleuderte Masse des Mondes zu jener Zeit sich in keinemflüssigen Zustande befunden hat, weil sie nicht, wie die Lava unserer Vulkane,am Rande des Kraters stromartig abgeflossen ist, sondern nur in der Nähe derOeffnung sich rings um dieselbe wallförmig angelegt hat. Uebrigens zeigt dasInnere dieser ungeheuren Höhlungen, mit starken Fernrohren betrachtet, bei-läufig den Charakter, wie man ihn bei unsernr Vesuv , Aetna , Pik von Teneriffaoder in anderen vulkanischen Gegenden, namentlich in der Anvergne, am KraterKilauea auf Hawaii rc. sieht.
Solcher Ringgebirge nimmt man am Monde schon mit einem mäßigenFernrohre nach Mädler gegen 2000 wahr. Die Zahl derselben steigt aber