Die Monde der äußeren Planeten it.
2. Abt. Kap. XII.
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uns darin, daß wir jene nicht wie diese aus dem Mittelpunkte der Bewegungdieser Satelliten, sondern von irgend einem Punkte A, I?, C der Erdbahn sehen,der nicht in der Richtung der geraden Linie liegt, welche die Sonne, den Pla-neten und den Satelliten mit einander verbindet, so daß also die SchattenachseIN zu verschiedenen Zeiten auch eine verschiedene Lage gegen die GesichtslinieAI, 1U, CI haben wird, die von der Erde nach Jupiter geht. Dieser Umstandmacht zwar keinen Unterschied in der absoluten Zeit, wann diese Mond-finsternisse bei ab anfangen und enden; denn da sie wahre Beraubungen desnur geborgten Lichtes der Satelliten sind, so müssen diese Erscheinungen ausallen Orten in demselben Augenblicke gesehen werden. Aber er hat dafür einendesto größeren Einfluß auf die Sichtbarkeit dieser Finsternisse, wie wir so-gleich näher sehen werden.
Der Satellit wird in dem Augenblicke verfinstert, da er in dem Punkte ain den Schattenkegel Jupiters tritt: aber nicht plötzlich, da der Satellit zuerstin den Halbschatten tritt und doch immer einen beträchtlichen Durchmesser hatund daher nur nach und nach in beit Kernschatten treten, nur allmählich sichunsern Blicken entziehen kann. Diese Zeit der völligen Extinktion seines Lichteswird so groß sein als diejenige Zeit, die der Satellit braucht, in seiner Bahneinen Bogen, so groß als sein eigener Durchmesser, zu beschreiben, oder eigent-lich noch etwas größer, wegen des Halbschattens, der durch die zwei geradenLinien begrenzt wird, welche die Sonne an ihrem oberen und Jupiter an dementgegengesetzten untern Rande berühren (vergl. Fig. 34, S. 236). Dasselbennrd auch am Ende der Finsternis statthaben, wenn der Mond bei b wiederdie zweite Grenze des Schattens verläßt. — Es wird also auch sehr schwersein, den eigentlichen Anfang der Verfinsterung des Satelliten und das völligeEnde derselben genau anzugeben, und man sieht, daß die Güte des Auges unddes Fernrohrs wie die Reinheit der Atmosphäre während der Beobachtungeinen großen Einfluß auf dieselbe äußern kann. Diesen ungünstigen Umstandso viel als möglich zu vermeiden, wird man sich daher, wo es sein kann, niemit der Beobachtung des bloßen Anfanges oder auch des Endes einer solchenFinsternis begnügen, sondern man wird mit demselben Fernrohre beide Mo-mente beobachten und aus ihnen das Mittel nehmen, wo man dann die Zeitdesjenigen Augenblickes erhält, zu welchem der Satellit in der SchattenachseIN oder in Opposition mit der Sonne gewesen ist. Nur solche vollständigeBeobachtungen einer Finsternis, wenn sie an mehreren Orten angestellt wurden,wird man mit Sicherheit zur Bestimmung der geographischen Länge dieserOrte (nach l, § 164) wie auch zur Verbesserung der Theorie der Bewegungendieser Hiuunelskörper anwenden.
Der bloße Anblick der Zeichnung lehrt schon, daß diese Finsternisse alleauf der Westseite von Jupiter stattfinden, wenn die Erde selbst in A oder west-lich von der Schattenachse 8IN liegt, d. h. in der Zeit, die der Opposition