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Littrow. Wunder des Himmels oder gemeinfassliche Darstellung des Weltsystems / J. J. von Littrow ; nach den neuesten Fortschritten der Wissenschaft bearbeitet von Edmund Weiss
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§ 175.

Sternschnuppen.

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Forschung. Erst seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts erregten sie daswissenschaftliche Interesse von zwei verschiedenen Seite». Zuerst im Jahre 1798,als die Untersuchungen von Brandes und Benzcnberg ihr Erscheinen undVerschwinden in eine beinahe unglaubliche Entfernung vom Erdboden ver-setzten, und hierauf neuerdings von 1833'an, als man inne ward, daß dergewaltige Sternschnuppenfall, den Humboldt und Bonpland am Morgendes 12. November 1799 in Cntnana beobachtet hatten, sich alljährlich, wennauch nicht in so großartigein Maßstabe wiederhole, und als man, dadurchaufinerksam gemacht, rasch nacheinander noch mehrere andere Epochen desJahres auffand, welche sich durch einen besonderen Reichtum an Meteorenauszeichnen.

Diese beiden Thatsachen wiesen unverkennbar darauf hin, daß die Stern-schnuppen nicht irdische Bildungen seien, sondern Körper, welche aus dem Welt-räume auf die Erde herabstürzen. Allein bei der näheren Beschäftigung mitdiesen: Gegenstände fand man bald einige Eigentümlichkeiten des Phänomenesauf, welche der kosmischen Natur desselben so sehr zu widersprechen schienen,daß noch vor kurzen: selbst einige der gewiegtesten Forscher an derselben irrewurden. Diese Eigentümlichkeiten sind das vermeintliche Vorkommen aufstei-gender Sternschnuppen und vor allem anderen die tägliche und jährliche Periodein der Frequenz der Meteore.

Die ersten Höhenbestimmungen von Fenerinetcorcn rühren zwar schon vonMontanari und den: bekannten Pastor Dörffel her. Der erstere fand fürdie Anfangshöhe einer in Bologna am 31. März 1676 gesehenen Feuer-kugel 40 italienische Meilen und schloß aus dieser großen Höhe auf ihrenkosmischen Ursprung. Der letztere berechnete die Höhe der Feuerkugel, welcheam 12. August 1683 (alt. St.) über Deutschland hinwegzog, zu 39 Meilen,läßt sich aber auf keine Hypothese über den Ursprung des Meteores ein, son-dern schreibt nur:Ob und wie es nun mit Generation eines solchen ange-zündeten Körpers in einer Höhe von etlich und 30 bis 40 Meilen über derErde, weit über der ordentlichen Lufft-Revicr, natürlich zugehe, überlasse ichden Herren Physicis." Doch beachtete man diese und einige spätere verein-zelte Höhenbestimmungen von Meteoren nicht weiter, und nun: konnte, eheBrandes und Benzenberg während ihrer Studienjahre in Göttingen denVersuch inachten, die Höhe des Aufleuchtens und Verschwindens der Stern-schnuppe:: systcinatisch zu messen, über die durchschnittliche Höhe dieser Gebildeweiter nichts sagen, als daß sie sehr bedeutend sein müsse, weil die Stern-schnuppen Beobachtern auf hohen Bergen, namentlich Saussure auf den:Mont Blaue und Humboldt auf den: Chimborazo noch ebenso ferne schie-nen >vie in: Thale . Un: nun die Entfernung zu bestinunen, stellten sichBrandes und Benzcnberg zunächst an zwei etwas mehr als eine geogr.Meile von einander entfernten Orten auf und notirten an beiden Stand-

Littrow, Astronomie. gg