Buch 
Littrow. Wunder des Himmels oder gemeinfassliche Darstellung des Weltsystems / J. J. von Littrow ; nach den neuesten Fortschritten der Wissenschaft bearbeitet von Edmund Weiss
Entstehung
Seite
686
JPEG-Download
 

686 Sternschnuppen. 9. Abt. Kap. XIV.

man diese ohnehin schon unglaublich großen Zahlen wohl noch verdoppelnoder gar verdreifachen.

Die größte Häufigkeit der Meteore tritt nach der obigen Tabelle ttm15 Uhr, d. h. um 3 Uhr morgens ein und beträgt etwa 4mal so viel als inden ersten Abendstunden.

Außerdem wurde bereits von Brandes im Jahre 1823 erkannt, daß dieZahl der Sternschntippen im Herbste größer sei als im Frühjahr. Diese jähr-liche Variation in der Meteorsreqnenz, welche Ed. Biot auch aus chinesischenBeobachtungen erkannte, wurde später von Coulvier - Gravier, Wolf,Schmidt u. a. bestätigt. Die Untersuchungen Schmidt's ergeben nämlich:

Mittlere stündliche Frequenz der Meteore.

Monat

Mittl. Zahl d. Met.

Jänner

8-62

Februar-

5-62

März

6-47

April

6 40

Mai

605

Juni

612

Juli

11-13

August

20-65

September

9-81

Oktober

1415

November

13-29

Dezember

12-16

Darnach ist also Februar der sternschnuppenärmste Monat; überhauptbleibt sich in der ersten Hälfte des Jahres die Zahl der Meteore fast gleichund beträgt kaum mehr als 6 in der Stunde. Erst gegen Ende Juli trittein rasches Anwachsen des Phänomenes ein, das trotz des sekundären, gut aus-gesprochenen Minimums im September die ganze letzte Hälfte des Jahresbedeutend stärker auftritt.

Was die durchschnittliche Größe der Meteore betrifft, ist sie nach denUntersuchungen von Schmidt durch das ganze Jahr nahe dieselbe; ebensoändert sie sich im Laufe einer Nacht nicht erheblich; nur in den Morgen-stunden scheint die Helligkeit der Meteore im allgemeinen etwas größer zusein als abends.

Endlich wurde außer der stündlichen und jährlichen Variation der Häufig-keit auch eine sehr verschiedene Verteilung der Meteorbahnen in Bezug auf dasAzimuth ihrer Anfangspunkte bereits im Jahre 1823 von Brandes bemerktund hierauf vorzüglich von I. F. Schmidt und Coulvier-Gravier genauerstudirt. Der letztere findet aus dreijährigen Beobachtungen (18401842) von