802 Ttcingruppcn 1111 b iifebclmnfjen dc? Himmel?. 2. 5U.it. Ällp. Will.
Selbst der erste Anblick des Himmels mit nnbewassneten 5lngen zeigt unsschon, daß die Sterne, mit welchen er bedeckt ist, keineswegs gleichförmig anihm verteilt sind. Wer kemck nicht die schöne Gruppe von Sternen am Halsedes Stiers, die mit dem Namen der Plejaden oder der Gluckhenne bezeichnetwird? Das Haar der Berenice, die Krippe im Krebse u. s. w. sind ähnliche dicht-gedrängte Sammlungen von Fixsternen, die alle zu sehr von ben anderen inihrer Nähe verschieden sind, als daß man sie nicht als zusammengehörend undgleichsam für ein familienweise verbundenes, für sich abgeschlossenes Systemvon Hiunnelskörpern zu halten veranlaßt werden sollte.
Was sollen wir aber erst von der bereits oben betrachteten Milchstraßesagen, von jenem schönen hellen Bogen, der in Gestalt eines größten Kreisesdurch den ganzen Himmel zieht? Einzelne Teile dieser lichten Zone sind durcheinen ganz besonders hellen Glanz ausgezeichnet; in anderen Gegenden derselbenaber sieht inan gleichsam dunkle Oeffnungen und Spalten oder auch seitwärtsauslanfende Aeste. Schon mäßige Fernrohre lösen uns die hellsten Gegendendieser Zone in unzählige kleine, dichtgedrängte Fixsterne auf, und mit gutenTeleskopen sieht man, daß diese Stellen immer desto sternreicher sind, je hellersie dem bloßen Auge erscheinen, zum Beweise, daß das Licht dieser Sternstraßcbloß von den in ihr gehäuften und dicht gedrängten Sternen kommt, obschonin der That mehrere Stellen derselben auch durch unsere besten Instrumente sichnicht mehr in einzelne Sterne auflösen lassen, wahrscheinlich, weil sie dort zuentfernt von uns und zu nahe nebeneinander stehen, um noch einzeln von unserkannt zu werden.
Der ganze regelmäßige Bau dieser wunderbaren Zone von wahrhaft un-zähligen Sternen zeigt uns, daß sie ein isolirtes System von Sonnen amHimmel bildet, ein System, zu welchem auch unsere eigene Sonne als ein zwarkleiner, aber doch integrirender Teil gehört. Wir haben bereits oben (II, § 182)gezeigt, daß diese Milchstraße im allgemeinen die Gestalt einer Linse habe, vonderen Mittelpunkt unser ganzes Sonnensystem nicht eben weit entfernt sein kann.
Wenn aber unser Sonnensystem nicht in der Nähe dieses großen, linsen-förmigen Sternengebäudes, sondern wenn es weit entfernt von demselben läge,so würden wir die ganze Milchstraße auch nicht mehr unter der Gestalt einesgrößten Kreises des Himmels, sondern nur würden sie als einen kleineren Kreisoder vielmehr als eine Ellipse sehen, die aber einem Kreise desto näher käme,je mehr unsere Gesichtslinie auf der Ebene dieser Linse senkrecht stände. Wennwir z. B. um den größten Durchmesser der Linse senkrecht von ihr abständen,so würden wir sie als eine kreisförmige Scheibe von beiläufig 60 Grad imscheinbaren Durchmesser, also nahe so groß sehen, wie uns jetzt das Sternbilddes großen Bären erscheint. In einer Entfernung von zehn Durchmessern aberwürde diese Linse nur 5' ;2 Grad, und in einer Entfernung von hundert solchenDurchmessern nur noch einen halben Grad einnehme». In dieser letzten Ent-