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Störungen der Pliincten überhaupt.
3. Abt. Kap. IV.
faltigste abgeändert. Während z. B. Jupiter durch die Kraft der Sonnein seiner großen elliptischen Bahn um dieses Gestirn geführt wird, suchen ihnauch alle übrigen, besonders die ihm näher stehenden Planeten, Saturn undMars , durch ähnliche Kräfte immerwährend aus dieser Bahn herauszuziehen.Nach der verschiedenen Stellung und Entfernung der ihn umgebenden Planetenwird er von denselben bald znr Sonne hin-, bald von ihr weggezogen; dieserbewegt ihn aus seinem Wege vor-, jener rückwärts; dieser erhebt ihn über,
jener zieht ihn unter seine ursprüngliche Bahn. Auf diese Weise ist dieser
Planet, und dasselbe gilt auch von allen übrigen Himmelskörpern der Art, weitentfernt, eine reine Ellipse um die Sonne zu beschreiben, seine Bahn ist viel-mehr eine äußerst zusammengesetzte, eine jeden Augenblick sich ändernde krummeLinie, deren völlig strenge Bestimmung alle Kräfte unserer Analyse übersteigtund so gut als ganz unmöglich ist. Dazu kommt noch, daß die Ekliptik, auf
die wir in unseren Rechnungen alle Orte der Planeten beziehen, durch eine
ähnliche Wirkung aller Planeten auf die Erde selbst wieder jeden Augenblickeine andere Lage einnimmt. Durch diese Aenderungen sowie durch die bereitsoben <1. Abth. Kap. 12) betrachteten Veränderungen der Präccssion und Nutationwird gleichsam die ganze Sphäre des Himmels erschüttert, der Anfangspunkt,von dem wir alle Orte der Gestirne zählen, verrückt und endlich aus demletzten dieser Gestirne das erste, aus dem ersten das letzte gemacht, so daß unsjetzt au dem Himmel, an welchem >vir früher nur Ordnung und Harmonie zubewundern pflegten, alles Unordnung und Verwirrung zu sein scheint, und daßvon der großen Karte, die wir uns von demselben entworfen haben, am Endeauch nicht ein einziger Punkt in Ruhe bleibt, durch welchen wir diese nachallen Richtungen unter einander verschltmgenen Bewegungen fesseln könnten.Um so weniger vermögen wir dieses verworrene Chaos zu übersehen, als wirdasselbe nicht einmal von einem festen Standpunkte, sondern wieder von einerjährlich um die Sonne und täglich um sich selbst sich wälzenden Kugel be-obachten müssen, die überdies selbst iviedcr von allen Planeten hin und widergezogen und, mit die Venvirrung zn vollenden, noch mit einer Hülle umgebenist, welche, die Quelle unzähliger Täuschungen, uns kein einziges dieser Gestirnean dem Orte erblicken läßt, welchen dasselbe in der That am Himmel einnimmt.
AuS diesem Gesichtspunkte betrachtet, scheint die genaue Bestimmung desOrtes eines Planeten oder Kometen und überhaupt die ganze Astronomie, allemenschlichen Kräfte weit zu übersteigen. In der That, wenn inan bedenkt, wieviele Jahrtausende erfordert wurden, bis der menschliche Geist nur die größteund auffallendste und ihm zunächst liegende von allen diesen Erscheinungen,die doppelte Bewegung seiner Erde, erkennen lernte, so muß man an der voll-ständigen Auflösung dieses höchst verwickelten Problems selbst für alle Folge-zeit beinahe verzagen. Dieses Problem besteht nämlich, um es kurz zn sagen,im Folgenden: Wenn die Geschwindigkeiten und die Richtungen der Bewegung