Säkulare StörmMN.
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§ 63.
und versteht die Verwickelungen der Mondbewegung, welche schon durch die beidenhier allein in Betracht gezogenen Störungen herbeigeführt werden. VorstehendeErläuterungen rühren übrigens der Hauptsache nach von einem Mitarbeiter derSociety for the diffuaion of useful Knowledge.
§. 63. (Acceleratioii der unttlereu Bewe,,u»g deß Mondes.) Eine» ähnlichen Fall, der denAstronomen noch mehr Mühe machte als die Bewegung der Apsiden, bot dieBeobachtung der mittleren Bewegung des Mondes dar. Es ist bereits oben(§. 59) gesagt worden, daß die Umlaufszeit der Planeten um die Sonne, alsoauch die der Satelliten nur ihre Hauptplaneten aus theoretischen Gründen, vonwelchen wir später sprechen werdeir, als konstant oder als unveränderlich ersanntist. Da mit dieseik Umlaufszeiten, nach dem drittel: Kepler 'schen Gesetze, diehalben großen Achsen der Bahnei: ü: unmittelbarem Zusammenhange stehen,indcu: nach diesem Gesetze eines durch das andere gegeben ist, so wurdendadurch auch diese Halbachse:: der Bahnen als für alle Zeiten unveränderlicherwiesen, und die Beobacht:n:gen der ältesten Zeit stimmten mit dieser Voraus-setzung bei alle:: Planeten vollkommen übereil:.
Nicht so bei dem Monde. Auch hier, wie oben (§ 59) bei den beidengrößten Planeten unseres Sonnensystems, hatte Halley zuerst gefui:dci:, daßdie UmlaufSzeit des Molches um die Erde seit den Zeiten der griechischen Beob-ad)tungen, d. h. nahe seit zweihundert Jahren v. Ehr. Geb. bis auf seine Tageimmer kürzer, also die mittlere Bewegung des Mondes immer schneller werde,wodurch daher der Mond der Erde immer näher kommen und endlich, wenndiese Bewegung ohne Aufhören in derselben Art fortschreitet, auf sie fallenulüßte, uii: sich für immer rnit ihr zu vereinigen.
Diese befremdende Erscheinung hat die Astronomen lange gequält, da sie dieUrsache derselben nicht finden konnten. Man snä)te diese Ursache in der Wirkungder Planeten, in der Abweichung des Mondes und der Erde von der Kugel-gestalt, in dem Widerstände des Aethers , in der allmählichen Fortpflanzungder Schwere ::. s., aber immer vergebens. Indeß war die Uebereinstiinmnngaller anderen Phänomene des Himiilcls mit den: Gesetze der allgemeinenSchwere so groß, daß n:an nicht ohne lebhaftes Bedauern eine Ausnahmesehen konnte, welche bloß die mittlere Bewegung des Mondes von diesem Gesetzemachen sollte. Dies bewog die beiden größten Geometer ihrer Zeit, Lagrangeund Laplace, dem Grunde dieser auffallenden Erscheinung weiter nachzuforschen.Sie gingen von der Ansicht aus, daß die Ausnahine nur scheinbar sei undihre Ursache in demselben Gesetze, und zwar in der Anziehung der Soune ausdci: Mond haben müsse. Wem: i>: der That die Erde in ihrer Bahi: sich derSonne allmählich näherte oder vor: ihr entfernte, so würde sich dadurch auchdie Entfernung des Mittelpunktes der Mondesbahn von der Soiure ändern, undes ist keii: Zweifel, daß dadurch eine Vergrößerung oder eine Verkleinerungdieser Moudesbahn selbst hervorgebracht werden müßte. Allein die große Achse
Littrow, Astronomie. HZ