Scu&acfitcnt'c Astronomie.
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§ 12 .
lischeu Künstlers kaum glaiibeu kouute, da er die Brechbarkcit und Farben-zerstrennng jener zwei Glasarten für viel zu wenig verschieden hielt, um daraufso große Wirkungen zu gründen, suchte, als er die mechanische Ausführung derachromatischen Fernrohre nicht weiter bezweifeln konnte, nun auch von seinerSeite die Theorie dieser Instrumente zu fördern. Er machte die Resultateseiner Untersuchungen iit den Memoiren der Akademien zu Berlin und Peters-burg und endlich in einem eigenen größeren Werke, in seiner Dioptrik (Peters-burg 1769) bekannt. Seitdem haben wir von Clairaut , d'Alembert ,Klügel, Gauß u. A. mehrere treffliche Bearbeitungen dieses Gegenstandeserhalten.
In neuerer Zeit haben sich als Verfertiger von Refraktoren unter denoptischen Künstlern vorzüglich Fraunhofer (jetzt Merz), sowie Plössl inWien , Steinheil in München , Alvan Clark in Boston, Cooke in Aork,Grubb in Dublin u. A. ausgezeichnet. Die größte Schwierigkeit, die sichder Verfertigung vollkommener Objektive entgegensetzt, besteht in der Bereitunggroßer Stücke reinen, welleufreieu Glases. Auch sind die Verhältnisse, mitwelchen jene zwei Glasarten die Lichtstrahlen brechen, in der That sehr wenigvon einander verschieden, da sie nur zwischen den engen Grenzen von 1 5 /iound 1 6 / 10 liegen. Noch enger sind die Grenzen für die Farbenzerstreuungendieser beiden Glasarten. Andere Glasgattungen, welche in diesen beiden Be-ziehungen größere Verschiedenheit hätten, würden viel bessere Mittel zur Fer-tigung vollkommener Fernrohre darbieten, weil auf diesen Verschiedenheiten dieAufhebung der beiden oben erwähnten Fehler vorzüglich beruht. Da das Bleiin größerer Quantität sich nicht gut mit den übrigen Bestandteilen des Glaseszu einer homogenen Masse vermischt, so hat man verschiedene andere Bei-mischungen: Zink, Wismuth , Baryt u. s. w. zu diesem Zwecke vorgeschlagen.Unter der Voraussetzung einer solche», von den bisherigen in jenen zwei Be-ziehungen mehr verschiedenen Glasart hat der ursprüngliche Verfasser vor-liegenden Werkes bereits im Jahre 1827 theoretische Untersuchungen über dieaus solchen Glasgattungen bestehenden, schon früher von anderer Seite vor-geschlagenen Fernrohre angestellt und gesunden, daß bei ihnen die beidenLinsen, aus welchen das Objektiv besteht, nicht mehr nahe in Berührung,sondern daß sie in beträchtlicher Entfernung von einander gestellt werdenmüssen, um ihre größte Wirkung zu äußern, so zwar, daß die zweite Linse beigünstigen Verhältnissen der Glasarten nahe in die Mitte des ganzen Fern-rohrs zu stehen kommt. Wegen dieser Trennung der beiden Objektivlinsen hatman diese Fernrohre dialytische genannt. Der bereits erwähnte trefflicheOptiker Plössl in Wien hat deren von allen Dimensionen ausgeführt, die nachdein einstimmigen Urteile der Kenner die bisherigen achromatischen Fernrohrein mancher Beziehung sogar übertreffen. Da ihm sowie überhaupt allenoptischeil Künstlern jene neuen Glasarteii noch fehlten, so hat er den Versuch
Littrow, Astronomie. in,.