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Littrow. Wunder des Himmels oder gemeinfassliche Darstellung des Weltsystems / J. J. von Littrow ; nach den neuesten Fortschritten der Wissenschaft bearbeitet von Edmund Weiss
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Beobachtende Astronomie.

4. Abt.

fraftoreit genommen hat, saun man an» folgender statistischer ZusammeusteNungentnehrnen:

Die beiden um 1835 von Merz vollendeten Objektive von 38 CentimeterOesfnung, von denen das eine für die Sterirwarte von Pnlkowa bestimmt war,das zweite einige Jahre später von der Stermvarte des Harvard College znCambridge (U. S. ) angekauft wurde, blieben ohne Rivalen die mächtigstendioptrischen Werkzeuge, bis Alvan Clark 1862 den jetzt in Chicago befindlichenRefraktor von 47 Centimeter vollendete, und sogleich selbst die Superioritätdieses Instrumentes über alle bisher ausgeführten, durch Entdeckung einesSiriusbegleiters bekundete. Den ersten der Riesenrefraktoren der Neuzeit mit63>/2 Centimeter Oesfnung konstruirte aber erst 1868 Cooke in Aork, unddiesem folgte wieder einige Jahre (1873) später A. Clark mit dem noch etwasgrößeren (66 Centimeter) Washingtoner Refraktor, der bald darauf durch dieAuffindung der Marsmonde so berühmt wurde. Von nun an nahm aber dieZahl der großen und größten Fernrohre in geradezu erstaunlicher Progressionzu: denn jetzt (Ende 1884) besitzen wir bereits 13 ganz vollendete, und außer-dem 2 weitere, aber noch in Arbeit begriffene Fernrohre, welche das altePulkowaer an Größe übertreffen, während der Dorpater Refraktor, mit 24h»Centimeter (9 par. Zoll) Oeffnnng, der, als er vor etwa 60 Jahren ansFrannhofers Meisterhand hervorging, förmlich als ein Weltwunder ange-staunt wurde, heute kaum mehr zu dengroßen" gezählt werden kann, daanf's mindeste schon 70 Fernrohre von gleichen oder überlegenen Dimensionenvorhanden sind.

Es wurde schon oben erwähnt, daß Newton, um den Unvollkommen-heiteu der dioptrischen Fernrohre (Refraktoren) zn entgehen, katoptrischeoder Spiegelteleskope (Reflektoren) empfahl, die denn auch besonders in Eng-land schon gegen das Ende des verflossenen Jahrhunderts durch W. Herschel,und in unseren Tagen durch Lasse!!, Lord Rosse , Grubb, Browning u. A.auf eiuen nie geahnten Grad der Vollkommenheit gebracht wurden.

Da nämlich bei einem konkaven Spiegel das Bild eines entfernten Gegen-standes ganz ebenso vor dem Spiegel entsteht, wie bei einer Glaslinse hinterdieser, so handelt es sich mir wieder darum, dieses Bild durch ein vergrößerndesOkular zu betrachten, um ein Fernrohr herzustellen. Es lassen sich nun ver-schiedene Verbindungen von Okular und Objektiv bei Spiegelteleskopen denken.Gregory, von dem die ersten Instrumente dieser Art herrühren (1663), durch-brach den Spiegel in der Mitte, stellte hinter diese Oeffnung, also in die Achsedes Rohres, das Okular und betrachtete durch dasselbe das durch einen zweiten,kleineren konkaven Spiegel aufgefangene, von: Objektive hervorgerufene Bild.Bald daraus änderte Cassegraiu die Einrichtung dahin ab, daß er statt deskonkaven flehten Spiegels einen konvexen anwendete, der die vorn Objektivekommenden Strahlen vor deren Vereinigung zunt Bilde auffing. Bei beiden