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Beobachtende Astronomie.
4. Abt.
für 10 Uhr vor und für 2 Uhr nach drin Mittage, und so fort für alle übrigenStundeir und Unterabteilungen derselben.
Für 6 Uhr Morgens oder Abends ist die Entfernung des Durchschnitts-punktes der Schattenlinien mit der Linie DAE, von A an gezählt, unendlichgroß, d. h. diese Schattenlinie fällt in die durch 6 init DE parallel gezogeneLinie VI, VI. Will man dann noch die übrigen weiter gegen Morgen odergegen Abend fallenden Schattenlinien auf der Tafel verzeichnen, so wird mannur die bereits erhaltenen Schattenlinien rückwärts über 6 hinaus verlängern.So gehört z. B. die Schattenlinie 0, IX für 9 Uhr Morgens, also auch ihreVerlängerung auf der anderen Seite von 0 für 9 Uhr Abends, und ebensowird die Linie 0, III verlängert die Schattenlinie für 3 Uhr Morgens geben,wo man diese Linien offenbar nicht weiter fortsetzen wird, als die größte halbeTageslänge des Ortes beträgt, die wir oben (I, § 85) in einer eigenen Tafelangegeben haben.
§. 23. (Aemiatoriciluhr.) Noch einfacher wird die Konstruktion sich gestaltenbei der sogenannten Aequatorialuhr, wo die Ebene, auf welche die Schatten-linien verzeichnet werden sollen, auf dem Stifte senkrecht steht, also zum Aequatorparallel ist. Denkt man sich aus dein Dnrchschnittspunkte des Stiftes undjener Ebene als Mittelpunkt in der Ebene einen Kreis gezogen, so hat manhier offenbar diesen Kreis nur in 24 gleiche Teile zu teilen, die Teilungs-punkte mit dem Mittelpunkt durch Gerade zu verbinden und die Ebene, währendder Stift parallel zur Weltachse erhalten wird, um den Stift als Achse zudrehen, bis zu einer gewissen Stunde, z. B. um 1 Uhr wahre Zeit, der Schattendes Stiftes in eine jener Geraden fällt. Beziffert man dann diese Linie mit
1, die östlich von derselben liegenden Teilpunkte des Kreises nach einander mit
2, 3, 4 . ., die westlichen mit 12, 11, 10 . ., so werden diese Ziffern auchsofort die wahren Zeiten für die Momente geben, zu welchen der Schattendurch die betreffenden Geraden geht. Da in den Tagen der Nachtgleichen dieSonne im Aequator steht, daher in jener Ebene keinen deutlichen Schatten desStiftes wirft, so wird man zweckmäßiger statt der Scheibe, die hier denAequator vorstellte und auf beiden Seiten, der oberen für das Sommer-, derunteren für das Winter-Halbjahr mit den Schattenlinicn zu versehen war,einen Reif anwenden, welcher der Peripherie obigen Kreises entspricht, wodurchein der Armillarsphäre (Fig. 100 S. 1007) ähnliches Instrument entsteht, dasden großen Vortheil besitzt, transportabel und in jedem beliebigen Orte an-wendbar zu sein.
Aequatorial-Sonnenuhren von ganz besonderer Genauigkeit, bei denen stattdes Schattens des Stiftes ein kleines, durch eine Linse konzentrirtes Sonnenbildins Auge gefaßt wird und mit denen man so bis auf wenige Sekunden richtigeZeitbestimmungen erhalten kann, werden nach Dr. W. Schur von Hermannund Pfister in Bern angefertigt.