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Beobachtende Astronomie.
4. Abt.
gezeichnete gelten müssen, weil der Gang nicht nur immer Netardatio», sondernauch innerhalb von Bruchtheilen einer Sekunde stets derselbe blieb, sowie diezweite Uhr, deren Gang hier beispielsweise angeführt wurde, für eine Taschen-uhr sehr gut wäre.
Zum begründeten Urtheile über eine Uhr gehören demnach wenigstens dreiStände. Es zeugt also nur von Unkeuntniß der Sache, wenn man von demersten besten Stande einer Uhr auf die Güte derselben schließen oder bloß, weilvielleicht die Korrektion oder ein eintägiger Gang zufällig einige Minutenüberschreitet, die Uhr für schlecht erklären will. An der Größe des Ganges und der Korrektion sollte niemand viel gelegen sein und nur der Beqnemlich-keit wegen darauf gesehen werden, daß Gang und Korrektion innerhalb ge-wisser Grenzen bleiben. Man verbessert aber den Stand jeder Uhr durchRichten der Zeiger; was den Gang betrifft, so wird derselbe am Pendel oderan der Unruhe (§ 48) regulirt.
§ 48. kVerlchiedene Arte» von Uhren.) An jeder mechanischen Uhr hat man be-kanntlich als Hauptbestandtheile die eigentlich bewegende Kraft, den Re-gulator und die Hemmung zu unterscheiden. Das Bewegende ist entwederein Gewicht, das durch Abwicklung der Schnur, an der es hängt, von derWelle eines gezähnten Rades das übrige Werk in Bewegung setzt, oder eineSpiralfeder, die in einem cylinderischen, von außen gezähnten Gehäuse, dersogenannten Trommel, so ausgewunden wird, daß ihr inneres Ende air derAchse der Trommel, ihr äußeres Ende aber an der inneren Seite der Tronunelbefestigt ist. Beim Ablaufen des Werkes kann sich jene Radwelle bei derGewicht-, sowie diese Achse der Trommel bei der Federnhr nur mit demdamit verbundenen gezähnten Rade drehen und setzt eben dadurch das ganzeWerk in Bewegung. In der dem Ablaufen entgegengesetzten Richtung hin-gegen ist die Welle des Gewichtrades sowie die Achse der Trommel für sichdrehbar, wodurch man die Schnur des Gewichtes von neuem aufwickeln, so-wie die Feder wieder in Spannung versetzen, d. h. die Uhr aufziehen kann.
Das Ablaufen würde an sich mit beschleunigter Geschwindigkeit erfolgen,da die bewegenden Kräfte in beiden Fällen offenbar von Augenblick zuAugenblick sich summiren. Die für Zeitmesser nöthige Gleichförmigkeit derBewegung herzustellen, ist die Bestimmung des Regulators. Dieser ist ent-weder ein Pendel oder eine feine Spiralfeder und erfüllt seinen Zweck, indemman dein Uhrwerke auslegt, jenes, das Pendel, beständig in Bewegung zu er-halten, oder diese, die Spirale, beständig zu spannen und wieder frei zu lassen.Um die Schwingungen der Spirale gegen äußere Störungen zu sichern, ist anderselben ein Schwungbalken, die sogenannte Unruhe, befestigt. Je kürzer dasPendel oder die Spirale oder endlich der Schwungbalken der letzteren, destoschneller geht die Uhr und umgekehrt. Zum Behufe solcher Verlängerung oderVerkürzung endigen bekanntlich bei gewöhnlichen Uhren die Pendel oben