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Untersuchung über fossile Hölzer aus Grönland : Inaugural-Dissertation der hohen philosophischen Facultät der Universität Zürich zur Erlangung der Doctorwürde vorgelegt von Fritz Beust
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II. Die Markstrahlzellen.

4. Das Vorkommen der Markstrahlen der Zahl nach lässt sich alsdiagnostisches Merkmal direkt nicht venverthen, wie schon aus den Untersuchungen vonKraus und Essner klar hervorgeht. Auch die Resultate unserer Untersuchungen be-stätigen dies vollständig.

Hiezu muss nun vor allen Dingen bemerkt werden, dass das Zählen der Mark-strahlen auf dem Tangentalschnitte kein richtiges und daher auch kein brauchbaresResultat ergibt, indem gleiche Zahlen bei durchaus verschieden gebauten Hölzern gefundenwerden können, oder aber umgekehrt. Wenn z. B. auf einem Schnitte 6 sehr hohe, denganzen Schnitt in der Längsrichtung durchziehende Markstrahlen gezählt werden, währendein anderer deren 18 besitzt, welche aber sehr niedrig sind, sodass 3 in vertikalerRichtung über einander stehen, so wäre das durch die Zahlen 6 und 18 ausgedrückteVerhältniss entschieden unrichtig, da ohne Zweifel die Gesammtmenge der Markstrahl-zellen auf dem scheinbar markstrahlzellärmeren (durch 6 ausgedrückten Schnitte) inAVirklichkeit bedeutend grösser sein müsste, als die Gesammtmenge des nur scheinbar(der Zahl 18 wegen) markstrahlreicheren Schnittes gleicher Grösse. Bedeutend richtigerdürfte daher das Zählen aller auf 1 □nun befindlichen einzelnen Zellen sein, wie diesauch von Essner sowohl wie von Kraus, jedoch ohne grossen Erfolg, geschehen ist.*)

Um dem eben erwähnten Felder auszuweichen, habe ich versucht, die Häufigkeitdes Vorkommens der Markstrahlen durch das Verhältniss auszudriicken, welches zwischenradialen Holzzellreihen und Marktrahlen besteht und auf dem Querschnitte durch Zählungbeider Elemente leicht bestimmt werden kann. Aber auch diese Methode erweist sichals ungenügend, denn einerseits werden dadurch constaut Fehler begangen, dass dieMessung (oder Zählung) nur in 1 Richtung vorgenommen wird, wodurch alle übrigenMarkstrahlenverhältnisse vernachlässigt werden, anderseits aber sind (zum Tlieil geradeaus diesem Grunde) die Resultate, wie aus der Tabelle hervorgeht, zur Bestimmungebensowenig verwendbar, wie diejenigen Essners und Kraus.

Je höher nämlich die Markstrahlen sind, um so mehr derselben werden vom Quer-schnitte getroffen und daher im Schnitte liegen; je niedriger sie sind, um so wenigerwerden in derselben Schnittfläche liegen, obgleich die faktische Zahl der vorhandenenMarkstrahlzellen in beiden nahezu gleich sein kann.

Von den zahlreichen Beispielen möge hier eines folgen:

3 verschiedene Stücke von Cryptomeria japonica Dom ., welche verschiedenes Alterbesassen, zeigten 3 Mittelresultate beim Zählen der Markstrahlen einerseits, sowie der

*) Beiträge zur Kenntniss fossiler Hölzer von Gregor Kraus , Halle 1882.

Ueber den diagnostischen Werth der Anzahl und Höhe der Markstrahlen bei den Coniferenvon Dr. Benno Essner, Halle 1882.