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Zur physischen Anthropologie der Feuerländer : der Philosophischen Facultät, II. Section der Universität Zürich zur Erlangung der Venia Legendi vorgelegt von Dr. Rudolf Martin
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Dr. Rudolf Martin,

Zu diesen Alakaluf gehörten nun auch diejenigen Individuen, deren Skelettsystem ich inden folgenden Blättern einer morphologischen Analyse unterzogen habe; sie waren Theilnelimerjener unglücklichen Truppe, die im Jahre 1881 nach Europa geführt wurde, um zum grösstenTlieil auf unserem Culturboden zu Grunde zu gehen.

Die Angabe der Führer, dass diese Leute von der Hermite-Insel, einer der südlichsten desMagelkmischen Archipels, stammten, hat sich als unrichtig erwiesen; Bridges, der die dreiZurückgekehrten in Uschuaya sah, constatirte, dass sie kein Wort Jaligan verstanden und dassdie Dawson-Insel') im Nordwesten des Admirality Sound ihre Heimath war. Dahin wurden sieauch zurückgeführt.

Bei ihrer Landung an der europäischen Küste bestand die Truppe aus 11 Individuen, näm-lich 4 Männern, 4 Frauen und 3 Kindern im Alter von 3 bis 4 Jahren. Ich setze die demselbenvon den Führern gegebenen Namen, die im Text nur mit den Anfangsbuchstaben bezeichnetwerden, nebst dem auf Schätzung beruhenden Lebensalter hierher:

Capitano (C.)

40 Jahre alt

Antonio (A.) ....

Henrieo (H.).

Pedro (P.).

Frau Capitano (Fr. C.)

18 bis 20

20 bis 24

Grethe (G.)Trine (T.) .Liese (L.) .

Von den Kindern starb ein Mädchen von 4 Jahren in Paris ; Grethe kam als Leiche nachZürich (f 16. 2. 1882); an letzterem Orte starben Ilenrico (f 28. 2.), Liese (f 11. 3.), Capitano und

Frau Capitano (f 12. 3.). Als Todesursache der letzten drei Personen giebt Seitz * 2 ) Broncho-

pneumonie an, II. litt an brandigem Schanker und starb an Dysenterie, G. war einer chronischenLungenentzündung zum Opfer gefallen. Kurz vor dem Tode wurde die Truppe noch von .einerMasernepidemie befallen, die wohl den bösartigen Ausgang der Lungenaffection mitbewirkteoder mindestens beschleunigte.

Die im Folgenden beschriebenen Skelette und Weichtlieile obiger Individuen befinden sichin der anthropologischen Abtheilung der anatomischen Sammlung der Universität Zürich .

A) Skelettsystem.

I. Schädel.

Die fünf Alakalufschädel stimmen in allen wesentlichen Punkten mit einander überein, nur derjenige C.sist im Ganzen grösser, mächtiger und schwerer.

Das Gewicht des Schädels ist höher als beim Europäer; es bewegt sich bei den ö" zwischen 795und 945 g, bei den !j? zwischen 690 und 745 g.

Sergi fand eine individuelle Variation von 635 bis 1114g füV 10 cf und 594 bis 850g für 3 $ ; Hyädesnotirt 1034 resp. 839 g.

J ) Lit. 53, 1882, S. 254. Hyades, Lit. 27, S. 13, giebt die Clarence-Insel als Heimath an.

2 ) Seitz, Lit. 48, S. 154 und 346. Bollinger, Lit. 6, S. 25, hielt die Lungenaffection für tuberculöser

Natur.