Buch 
Ueber Massen und Steine, die aus dem Monde auf die Erde gefallen sind / von Ferdinand Adolph Freiherr von Ende
Entstehung
Seite
22
JPEG-Download
 

per nur die fünf- bis sechsfache Geschwindigkeit einer Kanonenkugel habendürfe, um nicht wieder auf den Mond zurückzufallen, d. i. die mittlere Ge-schwindigkeit einer Kanonenkugel zu 200 Toisen in einer Sekunde angenom-men, (35) etwa 7200 Fufs. Dr. Olbers erfordet eine Geschwindigkeit von 7S00Fufs in einer Sekunde. Das arithmetische Mittel aus beiden Angaben ist 7600Fufs. Mehrere von mir versuchte ungefähre Berechnungen geben mir unterverschiedenen Voraussetzungen 7600, 7300, 7900 und 8000 Fufs, im Mittel7700 Fufs, und entfernen sich also nicht beträchtlich von jenen Zahlen. (56)

Dafs es aber auf dem Monde vulkanische Kräfte giebt, die einer ausgewor-fenen Masse eine solche, ja! eine weit grössere Geschwindigkeit mittheilenkönnen, ist nicht nur höchst wahrscheinlich , sondern sogar beinahe ausge-macht gewifs.

Wir dürfen nur die Erfahrung in Absicht der feuerspeienden Berge auf derErde zu Rathe ziehen, um uns davon zu vergewissern. Sie äussern eine weitstärkere Kraft, unerachtet des beträchtlichen Widerslands, den die grössereSchwere der Erde und der Druck der Luft leisten.

Die Materie, welche 1764 der brennende Vesuv auswarf, und woruntersich Schlacken von zw'Ölf Fufs im Durchmesser befanden, brauchte 8 Sekun-den Zeit, ehe sie wieder niederfiel, woraus eine senkrechte Höhe von 966 Fufsfolgt. (37)

Hamilton (38) bemerkte am 3i. März 1766, dafs der Vulkan, in einersenkrechten Höhe von mehr als 200 Fufs, Steinmassen emporwarf, deren Ge-wicht er über 2000 Pfund schätzte.

Nach la Tom betrug die Höhe der Feuergarbe des Vesuvs am S. August

( 35 ) De la Lande Astronomie, art. 0579.

( 30 ) Alan sieht leicht ein, dafs die sammtlichen Zahlen blos auf ungefähren Leberschlägen beruhen,wobei man manche Dinge als bekannt und gegeben voraussetzt, die es der Scharfe nach nicht sind. Um des-willen müssen auch die Resultate etwas verschieden ausfallen. Bei der von mir gebrauchten Formel sind:Fall des freien Körpers auf der Oberfläche beider Flaneten , die Halbmesser dieser Weltkürper und der Ab-stand des Monds von der Erde Faktoren. So wie man also für diese Grossen die verschiedenen Angabender Astronomen nimmt, so fallen die Resultate verschieden aus.

(37) De TVbra Neapel und Sicilien, Th. It. S. 122. 126.

( 38 ) Philosoph. transact. Yol. -j~. Part, I. for 1767. p. ig 5 .