Buch 
Ueber Massen und Steine, die aus dem Monde auf die Erde gefallen sind / von Ferdinand Adolph Freiherr von Ende
Entstehung
Seite
31
JPEG-Download
 

eia anderer war 60 Pfund schwer. Die meisten brachte man den in der Ge-gend koinmandiremlen Französischen Befehlshabern. Die Steine hatten eineEisenfarbe, ausnehmend^ Härte und einen Schwefelgeruch.

VIII.Am zG. Julius i58i Nachmittags zwischen 1 und 2 Uhr ist ein Steinin Thüringen mit einem Donnerschlage, davon die Erde bebte, wobei einekleine lichte Wolke bei sonst heiterm Himmel zu sehen gewesen, herabgefallen,09 Pfund schwer, yon blau und bräunlicher Farbe. Er hat mit einem SteineFunken wie Stahl gegeben (mufs also wirklich Stahl oder sehr hartes Eisen ge-wesen seyn), hat -* Ellen tief in die Erde geschlagen, dafs die Erde zwei Mann,hoch in die Höhe gesprungen, und ist so heifs gewesen, dafs ihn niemand an-rüliren können. Er soll seyn nach Dresden gebracht worden. (64)

IX. Etwa um das Jahr i585 fiel in Italien ein 00 Pfund schwerer Steinaus der Luft, bleifarbig, und von metallischer Substanz. (65)

X. Valisnieri (G 6 ) besafs einen ovalen, 11 Unzen schweren Stein, nebst ei-nem Notariats-Instrument, das er am 7 . Jul. i655 bei Galce , im Gebiete vonVicenza , vom Himmel fallen sah. Die näheren Umstände dieses Phänomenserzählten die abgehörten Zeugen Vincenzo Molta, seine Frau und sein SqIuieinstimmig folgendermafsen:

Sie hätten an dem erwähnten Tage sorgfältig ihren Hof reinigen lassen,

(6 '() Ich entlehne diese Nachrichtwörtlich ans Chladni S. 3 ü. litt. I. Er hcruft sich auf die BreslauerSammlungen, iGter Versuch, S. 5 I2 '> die Joh. Binhards Thüringische Chronik. S. i;) 3 . als Gewährsmann an-führen. Die Leiden letzten Lacher besitze ich .nicht. In Olearii Thüringischen Historien und Chroniken,Th. II. S. I 43 . 149. (Frankfr. lind Leij>z. 1707.) wird das nämliche Phänomen erzählt, nur mit dem Unter-schiede, dafs es sich 15S 2 2 11 Niederreussen zugetragen haben, und der Stein zuerst nach Wismar an diefürstliche Piegierung, darauf nach Dresden geschickt seyn soll. Von der Farbe und dem Funkengeben, so wievom Einschlagen in die Erde, schweigt Olearius gänzlich, dagegen sagt er, der Stein scy fünftehalb ViertelEllen lang, und drittehalb Viertel dick gewesen.

(65) De fossilibus Opiisculum Autnore Francisco hnperato. JCto Neapolitano Neapoli, 1610, 4 -° P- 65 -"Imperaji sagt, es scy vor ü Jahren, wenn ihn sein Gedüchtnifs nicht tiüge in tjiiodam Ovpido Iilnstris-jimo Älarciioni Sancti l.ucidi suhjecto geschehen. Die Masse ist in einem Holzschnitte abgebildet. Im-pf rati eifert dabei gewaltig gegen den ehrlichen Agricola, und nennt ihn, und zwar wie es sich von einemJuristen nicht anders erwarten lafst von Rechts wegen, immer den Verdammten (damnalum).

(66) Difese di Livio dalle Calunnie di Lancdlotti che lo derise, percheseb isse che provessero sassi.(In Opere diverse del Sign. Antonio Valisnieri, Venezia 1725. Tom. II. p. 1G7, 168O