Buch 
Ueber Massen und Steine, die aus dem Monde auf die Erde gefallen sind / von Ferdinand Adolph Freiherr von Ende
Entstehung
Seite
33
JPEG-Download
 

Zerlegen in der That mehrere Eisentheilchen mit dem Magnete abson-derte.

XII.Zwischen Sagan und dem Dorfe Dubrov in Schlesien fiel am 6tenMärz i 636 früh um 6 L'lir ein grosser Stein hei hellem Himmel aus der Luftmit grossem Krachen; er war inwendig wie Erz ansusehen, liefs sich leicht zer-reiben, war auswendig mit einer Schale überzogen, und schien vom Feuer et-was angebrannt. (68)

XIII. Gassencli (69) giebt folgende umständliche Nachricht von einem imNovember 1637 vom Himmel gefallenen Steine.

Ich werde noch ein paar Worte von einem berühmten Steine sagen müs-sen, der sich zu Aix in dem Borellischen Kabinet befindet, für einen Donner-keil gehalten, und als solcher bekannt geworden. Am 29. Nov. 1637, Vormit-tags um 10 Uhr, fiel er auf dem Berge Vasson, einem der mit der See benach-barten Alpen, zwischen Guillhnumcs und Peine (Pedona) nieder. Der ganzeErdboden war damals mit Schnee bedeckt, der Himmel überaus heiter, und inder Nähe befanden sich ein Unterhändler und ein Einwohner des Bergdorfs, alsAugenzeugen zugegen. Nur diese beiden, und eine Frauensperson, die jedochauf das Niederfallen nicht achtete, sahen die glühende Masse in der Luft, ob-wohl das Geräusch und Krachen sehr weit, und an vielen Orten gehört wur-de. Jene beiden Männer hörten zuerst einige Knalle, wie Kanonenschüsse,worunter sich zwei vorzüglich durch Stärke auszeichneten; auf den letzten, wel-cher der lauteste war, folgte ein Geräusch, als wenn vier bis fünf Pauken aufeinmal gerührt würden. Gleich darauf erschien von Bueil her, eine feurigevielfarbige Kugel, von beinahe 4 Fufs im Durchmesser, die etwa 100 Schrittvor den Zuschauern, und in einer Höhe von 5 Toisen, vorbeiging, und aus-ser jenem Geräusch ein Zischen, wie bei Feuerwerken gewöhnlich ist, hören

(Gs) Aus Chladni §. 3 G. litt. m. entlehnt, Ger sich auf die Breslauer Sammlungen iG. Versuch, S. 2 t 3 -beruft, woselbst Lucas Schlesische Chronik. S. 2228* als Gewährsmann angegeben ist.

(Gy) I11 Operibus, Tom. II. Physic. Sect. 3 . memLr. r. lib. 2. Die von mir übersetzte Stelle ist so-wohl in Spallanzani's Briefe über den Steinregen zu Siena , in den Opuscoli scelti sullc scieuze e sulle arte#Tom. XVIII. p. 192. (in Milano 1796) a ^ s hi TroUi's Ragiouamento p. 16. wörtlich Angeführt* nur mit demUnterschiede, dafs hei Troili der I9te November, bei Spallauzani hingegen der 2yste Nov, als der lag derBegebenheit angegeben wird.

5