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erschöpften , durch ein schrankenloses Erpressung- undBeraubungssystem, alle öffentlichen und Privatkräfte. DieMitglieder des ehemaligen Grossen Käthes wurden mit einerBrandschatzung von drei Millionen französischer Livres belegt:der sogenannte Schatz, die Ersparnisse getreuer Verwaltung,wurde mit Gewalt erbrochen und geplündert; Waffen undKriegsmaterial fortgeführt und verschleudert ; die Ein-quartierung, die Zürich während fast zehn Monaten zu unter-halten und theilweise auch zu kleiden hatte, betrug zuletzttäglich über 3000 Köpfe, und es mussten Magazine vonLebensmitteln für Menschen und Pferde angelegt, kostbareSpital- und Casernen-Einrichtungen getroffen und Transport- „mittel ohne Zahl herbeigeschafft werden. Dazu kamen nochdie grossen Unkosten, welche die Aufstellung helvetischerLinientruppen und die Mobilmachung zahlreicher Milizenerforderte. — Nach dem Ausbrache des Neuen Kriegesschlugen am 2. Juni 1799 die Oesterreicher , die am 22. Maibei Stein und Paradies den Rhein überschritten hatten, inheftigen und blutigen Gefechten bei Wytikon, am 3. Juni beiZollikon und im Kiesbacli, und am 4ten in allgemeinerSchlacht die Franzosen zurück, welche nunmehr die Stadtund das rechte Ufer der Limmat verlassen mussten. Am6ten rückten die Oesterreicher in Zürich ein, und am18. August langte das russische Heer daselbst an, woraufam 28. August Erzherzog Carl mit dem grössten Theile desHeeres nach Schwaben abzog, und den Oberbefehl demrussischen General Korsakof überliess. Am 4. Septemberrückte die russische' Reiterei in die Linie ein, deren Mittel-punkt die Stadt Zürich war, deren rechter Flügel am rechtenLimmatufer hinab bis gegen den Rhein , der linke Flügel vonSchmerikon bis Wesen und die Vorhut an der Südseite derStadt, bei Wollishofen und Adlischweil an der Sihl stand.Das französische Heer unter Massena lagerte inzwischenlängs der Albiskette und am linken Ufer der Linth und derLimmat . Am 8. September fielen bei Wollishofen die ersten