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verdankt Zürich den Ausbau der Münsterthürme, den Neubauder Wasserkirche, so wie die Errichtung des grossen Zeug-hauses in Gassen, das erst kürzlich seinem ursprünglichenZweck entfremdet worden ist.
Im 16. Jahrhundert wurden die Festungswerke theilweiseverstärkt, 1520 das Rennwegthor nach dem Vorbild der Mai-länder Kastellthikme gebaut. — Mehrere zierliche Brunnenstammen aus der Reformationszeit.
Mit Beginn des 17. Jahrhunderts war Zürich nun seit400 Jahren in den Hauptzügen unverändert geblieben, undtrotz Wiedererwachen von Handel und Gewerbe, obwohl ge-stiegener Wohlstand grössere Ansprüche an bequeme Woh-nungen machte, wäre dennoch eine Stadterweiterung nochnicht von Nöthen gewesen, denn die Europa entvölkerndePest räumte auch in unserm Vaterlande wiederholt auf’sSchrecklichste auf, und es waren noch 1611 in Zürich undden zugehörenden Pfarrgemeinden 4864 Menschen von derSeuche dahingerafft worden. Die Furcht, in den im deutschenReiche wüthenden dreissigjährigen Krieg hineingezogen zuwerden, führte allein zu dem Entschluss, die Stadt mit einererweiterten Befestigung von Schanzen, nach holländischemSystem zu umgeben, dieselbe wurde 1642 begonnen und bis1660 in der Hauptsache vollendet. Durch diese Stadterwei-terung wurden mehrere bereits mit Häusern besetzte Vor-städte, Stadelhofen , der Tiefenhof mit einem Theil des Bleicher-weg, St. Anna, Sihlstrasse, in die Stadt eingeschlossen. Neuangelegt in rechtwinkliger Kreuzung wurde nur einzig Thal-acker und Pelikanstrasse, die sich nur sehr langsam mitHäusern bedeckten. — An eine Beseitigung der alten Stadt-mauer wurde gar nicht gedacht.
Durch öffentliche und Privatgebäude bewies das 17. und18. Jahrhundert ein wachsendes Bedürfniss für geschmack-vollere und bequemere Bauten. Die Zunfthäuser zur Waag(1630), Saffran (1723), Meise (1757), das Rathhaus (1696—•1699), das Waisenhaus (1766—71) mögen von öffentlichen
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