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vom Salomonischen Tempel gegeben wurden und daher eigenelieh nur, wie schon Schnaase ') richtig bemerkt, in das weiteGebiet der allegorischen Auslegung der Bibel gehörten, von wosie in die Schriften über die symb. Auslegung aller kirchlichenGebräuche Übergiengen.
Was wir daraus folgern, ist: möglicherweise kannein auf den Kirchthürmen befindliches Licht, wiewir es auf jenen thurmartigen Todtenleuchten fin-den, gleichsam der Kern j en er Liehtal 1 egorien sein.Darin bestärkt uns noch eine dritte Erscheinung.
§. 56.
Dass der Thurmbau der arabischen Moscheen von denchristlichen Thürmen abgeleitet wird, ist eine bekannte That-sache. Zuerst erscheinen diese Minarets an einer alten in einmuhamedanisches Gotteshaus umgewandelton christlichen Kirche.Als die Erbauer derselben werden zwei christliche Baumeisteraus Byzanz, die sich Clialif Walid (705—714) speziell für die-sen Bau erbat, namhaft gemacht 1 2 ). Schnaase bemerkt ausdrück-lich, dass die zur Seite der Hauptkuppel der Moschee zuDamaskus befindlichen schlanken rund gestalteten IS’obenthünnedie allerersten Minarets der arabischen Baukunst waren. Einerderselben führt noch heut den Namen: „der Thurm dos HerrenJesu“; die Hauptkuppel heisst nach Herbelot 3 4 ) „Kuppel dorAuffahrt“ eine zweite „Kuppel der Auferstehung der Todten“und in einem Gebet, das Burton, als simulirter Gläubiger, andieser Stelle aussprechen musste, hiess es: „Friede sei mitEuch, ihr Engel Allah’s, den Cherubim und Seraphim, den Kei-nen, den Heiligen, geehrt durch die Bewohner des Himmelsund durch die, welche auf Erden weilen “*)! ln der That im-merhin merkwürdige Anklängc an Dinge, die wir im Verlauf
1) Schnaase: Kunstgesch. IV, 1 S. 291 u. 293. — Kreuser’sdarauf bezügliche Thorheiten in seinem Kirchenbau I. S. 171 u. 561,wo natürlich, wie immer, nur die Stellen zu verwenden sind.
2) Schnaase: Kunstgesch. III. S. 338. — Klein: Kirche zuGros8en-Linden : S. 70 hat mehr darüber.
3) vgl. Klein c. W. S. 70.
4) Klein c. W. S. 71 u. „Ausland“ 1855. S. 1066 ff.