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unangenehmer Weise das Mittelschiff verdeckend zwischen denbeiden Facjadenthürmen selbst thurmförmig in die Höhe *).
Pas Plumpe und Unbeholfene dieser Anlage konnte auchdem ungebildetsten Auge nicht entgehen, ganz abgesehen davon,dass die beiden flankirenden Portalthiirme an nnd für sich be-stimmungslos wurden. So liess man sie bei Kunstbauton derSchönheit und bei Land- und Bedürfnissbauten der Kostspielig-keit wegen fallen und begnügte sich mit einem seinemUrsprunggemäss gewöhnlich etwas schwerfälligen und plumpen Thurmvor dem Mittelschiff, dessen unterstes Geschoss die Bestimmungder Vorhalle übernahm. In den Gegenden am Harz ist dieseForm allen Landkirchen eigen; in Göttingen mag der Albani-thurm als Muster dienen 1 2 ).
Von grösseren Bauten nonne ich den Dom zu Drontheim ,wo auf der Westseite ein unvollendeter Thurmbau sich befindet,der wie oft an englischen Kirchen breiter ist als das Langhausund so gewisser Maassen einen zweiten Kreuzarm bildet. Diediesen Bildungen zu Grunde liegende altchristliche Form ist diehausförmige Gestalt des byzantinischen Karthex, dessen Charak-ter diese Thürme bei schmucklosen Bauten auch in der spätes-ten Zeit nicht verleugnen können.
Ihre wahre künstlerische Durchbildung fanden diese Por-taltlnirme, wie ich sie in Zukunft nennen will, in Deutschland ,wo der Freiburger Münster und der Münster zu Ulm als un-vergleichliche Bauwerke hervorleuchten. Die Vorhalle hat sichhier der pyramidalen Gestalt des Tlmrmes vollständig gefügt
1) So noch in goth. Zeit zwischen den Johannisthürmen in Göt tingen , wo sogar die Glocken noch in diesem Bau hängen. — Ichnenne ferner Gernrode , und überhaupt die Gegenden am Harz . —Dieser Querbau mit einem Satteldach bedeckt zwischen den Thürmena. d. Liebfrauenkirche zu Halberstadt , in Hecklingen , in Drübeck , inFredelslohe u. s. w.
2) Sehr charakteristisch für diese Entwicklung ist es, dass „manzuweilen dem ganzen westlichen Vorbau die Gestalt eines einfachenlänglichen Vierecks, mithin mehr eines sich über das Kirchendach er-hebenden Hauses, mit einem nach der Ost- und Westseite abfallendenSatteldach gab. So an der Kirche auf dem Petersberg bei Halle, ander Stiftskirche zu Merseburg und an der kleinen zierlichen Dorfkirchezu Melverode .“ Kallenbach’s Chronologie etc. Taf. 4 abgeb.