Wir fuhren 640 Zentner seine und gemeine Töpferwaare» indie benachbarten Kantone ans, aber fast eben so beträchtlich ist dieEinfuhr. Die kürzlich noch blühende Porzellan- und Fayencefabrikin Neust kaun sich nur noch mit Noth halten.
Die Ztcgelbrennereien sind vielfach verbessert worden, alleindie höher» Preise des Brennmateriales stellen sich ihnen hinderlichentgegen. Sie müsse» sich daher nach einem Mittel, dasselbe zu er-sparen, umsehen. Bereits sind Versuche gemacht worden, den Lehmvermittelst Maschinen zuzubereiten und zu modeln; noch hat man aberweder aus diesen Maschinen, noch aus einer zweckmäßigern Banartder Oefen den Nutzen gezogen, der sich davon erwarten lässt. Vor3 Jahren hat Herr v. Hoys im Praz Lechaud oberhalb Lausanne eineZiegelhütte gebaut, deren zwei Oefe» eingerichtet sind wie die inDeutschland und Frankreich gebräuchlichen und die täglich 50,0011Ziegel brennen soll. Nachdem der Backstein im gewöhnlichen Modelgebildet worden ist, wird er in eine Maschine gebracht, die ihn starkund dicht zusammendrückt. Unter der Leitung des Herrn v. Lerbersteht auch in Romainmotier eine schöne Zicgelbrennerei, und kürzlichhat eine Gesellschaft in der Nähe von Neust eine neue errichtet.
Seit einiger Z.eit gebraucht man gläserne Ziegel, nm durch dasDach das Licht hereinfalle» zu lassen. Wir beziehen sie von Mon-they (Kanton Wallis) oder von St. SaleS (Kanton Freiburg ), woherwir alle GlaSwaaren bekommen.
Der immer höhere Werth des Holzes hat das Aufsuchen eineslange verschmähten Brennstoffes nach sich gezogen. Jährlich wer-den ungefähr 30,000 Zentner Braunkohlen aus nicht sehr be-trächtlichen Adern, welche sich von Pauder bis nach Oron erstrecken,ausgebeutet. In Genf ist eine Niederlage der Braunkohlen von Pau-der. In Lausanne wird der Zentner um 1i Batzen verkauft. DerArbeiter in den Kohlenwerken erhält 5 Btz. vom Zentner und kanntäglich 3 bis 5 Zentner hervorschaffe». Auch im Ormond-Thale wirdman jetzt, da es durch eine neue Straße mit der Ebene in Verbin-dung steht, a»f Braunkohlen graben.
Im ganzen Kanton sind Torfmoore; am meisten ausgebeutetaber sind die bei Aclen, Gourze, Wiflisburg, EntrerocheS und Jfferteu.
Die Hauptansbeutung der Mineralrcichthümer unsers Bodensbesteht im Ausgraben des Salzes i» den Werken von Ber, (sieheim Ortsverzeichnisse den Artikel Ber). Zu den 44,500 Zntr. Salz,die jährlich verbraucht werden, liefern die Salzwerke von Ber 34,000Zentner; das übrige bekommen wir von Schweizerhall und aus Frank-reich . 1500 Zntr. werden ausgeführt.
In la Motte, sowie in Vivis, ist eine Fabrik chemischer Er-zeugnisse; die von Provence ist eingegangen.
Wenn unser Jura Eisenlager enthält, so warten sie noch aufeine kräftigere Entwickelung des Gewcrbssinnes. Von den 20,000—25,000Zentnern Eisen, das aus England. Frankreich und den leberberqischenAemtern herkömmt, werden jährlich in den Eisenhütten von Vallor-bes 8000—9000Zntr. zu Stangen, viereckigen und gekerbten Stäben undzu Feldwerkzeug, worunter besonders treffliche Sensen , verarbeitet.