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Das Grossherzogthum Baden in malerischen Original-Ansichten / in Stahl gestochen von Ioh. Poppel und andern ; begleitet von einem historisch topographischen Text von Eugen Huhn
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Der Schwa r,; w aid.

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! Grafschaft Eberstein kam es nicht. Unterdessen erhielt Graf Casimir diei Lehen seines Hauses und vermählte sich, um Nachkommen zu erhalten,! mit Maria Eleonora, Gräfin von Nassau-Saarbrücken. Er starb aberschon ani 22. Dezember 1660, wenige Monate nach seiner Vermählung,

! und seine Gattin gebar am 21. Mai des folgenden Jahres eine Tochter^ Albertine Sophie Esther; somit war der uralte Ebcrstein'sche Manns-stamm erloschen. Casimirs Wittwe und Waise waren nun von Jeder-! mann verlassen, den Verfolgungen und Zugriffen habgieriger Gegnerausgesetzt, und so übertrugen sie endlich dem Hause Würtembcrg ihreAnsprüche und sämmtliche Güter und empfingen solche hinwieder für sich^ und ihre männlichen Nachkommen zum rechten Mannslehen. Albertine! vermählte sich am st. Februar 1670 mit dem Herzoge Friedrich August von Würtcmberg-Neustadt und gebar ihm 7 Söhne, von denen aber' keiner am Leben blieb, weshalb ihre Ansprüche und Rechte im Zahre1728,nach ihrem Tode, an das regierende Haus Würtcmberg zurückfielen. DieFamilie von Gronsfeld verkaufte zur Zeit, als Maria Eleonora ihre- Gerechtsame an Würtcmberg übertrug, ihren Antheil an den Eberstein'-j schen Morsten an das Hochstift Speyer und im nämlichen Jahre Lber-! trug Graf Maximilian Felix von Wollenstem dem nämlichen Hochstifte^ seinen Antheil als Lehen. So setzte sich also Speyer in den Besitz der

! Eberstein'schen Ailodien, nachdem es die Hälfte von Gernsbach und das

! Dörfchen Neuenburg bereits eingezogen. Markgraf Wilhelm von BadenI trachtete aber längst nach diesen Besitzungen, berief sich auf den Eber-

i stein'schen Einwurf vom Jahr 1505, und trat, statt des Hochstiftes, in

die geschlossenen Verträge mit Wollenstem und Gronsheim ein. So ge-! langte endlich Baden gegen das Ende des 17. Jahrhunderts in den Be-! sitz der ganzen alten Grafschaft Eberstein, mit Ausnahme der halben' Beste Neueberstcin, desjenigen Theiles, den Maria Eleonora an Wür-temberg gebracht, und der Spcyer'schen Hälfte von Gernbach. Aber auch^ die erstgenannten Theile wurden im Jahre 17ö3 von Würtemberg an! Baden-Durlach abgetreten und in Folge des Lüneviller Friedens kamen! die Speperschcn Besitzungen ebenfalls an Baden , so daß seit dem Groß-

i Herzoge Karl Frievrich das vielfach zersplitterte Besitzthum wieder zu

^ einem Ganzen vereint ist.

I Das Städtchen Gernsbach, Hauptsitz des Holzhandels, breitet

! sich sehr freundlich am linken Ufer der Murg aus und theilte die schon

erwähnten Schicksale der Ebersteinschen Lande. Von hier führt sodann! die Straße am rechte» Ufer über Hördten nach Ottenau und von daam Amalienberge vorbei nach Gaggenau . Der erstere ist eine herrliche^ Schöpfung des so verdienstvollen Landwirths Rindcschwender, der im! vorigen Jahrhunderte diesen einst unfruchtbaren Berg urbar machte und

mit herrlichen Anlagen versah. Jetzt trägt er einen der schönsten Land-

Baden.

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