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Sreisach und der üaiserstuhi.
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länen den Gottesdienst. Die untere Stadt hat in neuerer Zeit wiederein freundlicheres Ansehen erhalten, in der oberen dürften aber noch vieleausgebrannte Häuser abgetragen werden. Von den verschiedenen Klösternbesteht nur noch ein weibliches Lehrinstitut, da sie fast alle ihrer Hülfs-quellen beraubt und ihre Gebäude demolirt wurden. Die dreitausend drei-hundert Einwohner der Stadt leben jetzt fast nur von Feldbau und Vieh-zucht, einigen Gewerben und dem Verdienste, der ihnen durch den Amtssitzund die hier wohnenden Beamten zu Theil wird. Es find hier außer dengewöhnlichen Amtsstellen nur ein Hauptzollamt, eine Posthalterei, eineTapeten- und Tabaksfabrik und am Rhein eine Badanstalt, welche jedochnur wenig besucht wird. Südöstlich von der Stadt liegen noch Ueberresteder alten Festungswerke auf dem Eccardsberge und darauf ein kleinesDenkmal des Großherzogs Karl Friedrich. — Dies ist der jetzige ZustandBreisachs und man sollte sich billig wundern, wie ein solcher Ort einsteine so große Wichtigkeit gehabt haben konnte und warum dies nicht mehrder Fall ist. Die Geschichte gibt aber davon hinlänglich Kunde und lehrtuns überdies die Hauptbegebenheitcn des Badischen Oberlandes in denverschiedenen Zeiten der Vergangenheit kennen. —
Der Punkt worauf die Stadt liegt war gewiß schon in der frühestenZeit für die Behauptung des oberen Rheinthalcs wichtig, und wie dieKelten es liebten an höher gelegenen sonnigen Orte» sich niederzulassen,so mochten auch hier schon vor der Römer Ankunft menschliche Wohnstät-ten gestanden sein. Als Drusus an den Rhein kam und alle wichtigenPunkte befestigte, um vor den Allemanncn Gallien zu sichern, legte er wahr-scheinlich auch hier ein Kastell an, woraus in der Folge ein städtisches Ge-meinwesen erwuchs. Später hielt sich Kaiser Valentinian einige Zeit hierauf und erließ im Zahre 369 zu Dreifach ein Gesetz, das noch im CoderTheodosianus erhalten ist. —
Um diese Zeit war die Lage Breisachs ganz anders gestaltet wie jetzt.Es floß nämlich der Rhein auf der östlichen Seite des Stadtbergs undschloß den Ort als eine Insel ein. Nach und nach versandete sich aberder rechte Arm, der Strom machte eine Biegung um die Westseite desBcrg's und schied gegen Ende des 13. Jahrhunderts Breisach ganz demdeutschen Gebiete zu. Schon im 10. Jahrhunderte wurde die ReichsfestnngBreisach für die deutschen Kaiser wichtig; im Jahre 939 belagerte sie Kai-ser Otto und erst der Sieg bei Andernach bewog die Bürger zur Ueber-gabe. Kaum siebenzig Jahre später wurde der Ort abermals wichtig alsHerzog Herrmann II. von Schwaben nach der Kaiserkrone strebte. Als