Buch 
Das Grossherzogthum Baden in malerischen Original-Ansichten / in Stahl gestochen von Ioh. Poppel und andern ; begleitet von einem historisch topographischen Text von Eugen Huhn
Entstehung
Seite
339
JPEG-Download
 

M-

Die Lurgen des Hegaus.

339

13 Bataillonen und 24 Schwadronen bestehend, stand auf der Landzunge,welche die Stockach zwischen der Stadt Stockach und dem Bodensee durch eine starke Ausbeugung gegen Westen bildet. Die Mitte und derrechte Flügel aus 24 Bataillonen und 36 Schwadronen bestehend, stan-den vor Stockach , mit dein Flüßchcn im Rücken. Die gesammten, zwi-schen der Donau und dem Bodensee vereinigten Streitkräfte der Oester-reicher zählten zum wenigsten 70,000 Combattanten. Auf den folgendenTag, den 25., beschloß der Erzherzog eine allgemeine Recognoszirungauszuführen, wozu er folgende Dispositionen traf: Meerfeld , durch 2Bataillone verstärkt, so daß er, im Besitze von 10 Bataillonen, 6 Schwad-ronen mit 11 12000 Mann hatte, erhielt den Auftrag, den Feindbet Emmingcn ab Egg anzugreifen. Nauendorf, mit 3 Bataillonen und12 Schwardronen verstärkt, also im Besitze von 9 Bataillonen und 28Schwadronen mit 14 15000 Mann, sollte von Eigeltingcn auf derStraße nach Engen vordringen. Der Erzherzog stellte sich in Persona» die Spitze dieses Corps. Schwarzenberg sollte sich zwischen Friedin­ gen und Steißlingen zu behaupten suchen. Während der Erzherzog mitdiesen Maßregeln beschäftigt war, hatte sich Zourdan gleichfalls zumAngriffe seines Gegners entschlossen. Da er Massen« znm Angriffe aufFeldkirch aufgefordert hatte, hielt er es für unrecht, diesen Generaldurch Fortsetzung seines Rückzugs im Stiche zu lassen. Eine VerlorneSchlacht konnte für ihn bei dem durchschnittenen Terrain und bei derNähe des Rheins, des Schwarzwaldes und der Donau keine große Nach-theile haben. Em überwiegender Grund für ihn zum Angriffe war end-lich die vor der Verantwortlichkeit; von den eraltirten Mitgliedern desDirektoriums würde ein fortgesetzter Rückzug als Folge der Feigheitunv Unfähigkeit ausgelegt worden sein und war es wahrscheinlicher, daßeine Niederlage in Folge eines Angriffs eher Gnade in ihren Augenfinden würde. Jvurdans Disposition zum Angriffe auf den 25. Märzwar folgende: Ferino, nebst der von Massen« herangezogenen BrigadeRubi von 12,000 Mann, sollte über Steißlingen und Orfingen gegenStockach vorrücken. Eben dahin sollte Souham mit 6000 Mann überEigeltingcn gehen und beide sich vor Stockach vereinigen. Lcfebres Di-vision, seit dessen Verwundung durch Soult geführt, nebst der Rescrve-Cavalerie von 10,000 Mann, sollte über Emmiugen ab Egg auf Liptin-gen gehen, welches Dorf 2 Stunden von der Stellung des Erzherzogsfast in der Verlängerung des rechten Flügels liegt. St. Cpr und Van-damme mit 10,000 Mann sollten gleichfalls gegen Liptingen vordringen.

23 *