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Das Grossherzogthum Baden in malerischen Original-Ansichten / in Stahl gestochen von Ioh. Poppel und andern ; begleitet von einem historisch topographischen Text von Eugen Huhn
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Der K r a i ch g a u.

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Angeloch, die noch bis 1613 vorkommen. Es erwarb nach und nachviele Besitzungen in der Gegend und war Lehcnsträger der Grafen von Eberstein . Diese zogen nach dem Ausgange des Geschlechts das Lehenein und nahmen auch die Allodien in ihre Hand, obschon die Schwieger-söhne des letzten Ritters und deren Nachkommen lange darüber prozeßir-ten. Von Eberstein kam übrigens der diesfallsige Antheil an Würtem-berg. Wie überhaupt der größere Theil der Gegend ritterschaftlich war,so gehört auch das nächstfolgende Dorf Michelfeld den Freiherrenvon Gemmingen-Hornberg. Es hat 1J2Ü Einwohner, eine Tuchfabrikund ein Schlößchen. Zm Z. 1525 wurde hier die Reformation einge-! führt. Wichtiger ist das nahe Eichtcrshcim, eine Besitzung ver Frei-^ Herren von Venningen mit 1000 Einwohnern, evangelischer und katho-lischer Pfarrei, schönem Schlößchen und Gartenanlagen. Das Pfarrdorfist sehr alt und gehörte im dreizehnten Jahrhunderte der Familie Land-chad von Steinach, von welcher dasselbe an die von Venningen kam.Es war übrigens Schloß und Dorf pfälzisches Lehen. Mühlhausen liegt noch mehr gegen Norden, gehört zu den ältesten Orten des GaueSund hat nur etwa 950 Einwohner. Es gehörte zu Spcyer, welches indem nahen Rothenberg, einen, Pfarrdorfe mit nur 300 Einwohnern,ein Schloß hatte. Ursprünglich einem Adelsgeschlechte gehörig, gab eSKaiser Ludwig der Baper an das Hochstift und 1338 wurden dem OrteStadtrechte verliehen. Es blühte aber nicht auf und daS 1541 vomBischöfe Philipp von Flersheim wiederhergestellte Schloß ist jetzt auchverfallen. Mehr kam das ebenfalls am Angelbache gelegene PfarrdorfRauenberg auf, dessen 1100 Einwohner ziemlich wohlhabend sind.Noch steht hier ein Schloß, das 1720 erweitert wurde und bis in dieneueste Zeit Sitz der Domänenverwaltung war. Bis 1050 gehörte das Dorfdenen von Dalheim, nach deren Ausstcrben es an das Hochstift gedieh.

In Rauenberg besuchten wir den nördlichsten Ort der einst speyeri-schen Besitzungen und wenden uns jetzt wieder seitwärts, um nach unseremAusgangspunkte zurück zu kehren. Statt aber in die Bergstraße ein-zulenken, durchschreiten wir Maisch enberg, das nur 450 Bewohnerernährt und eine sehr kleine Gemarkung hat, besteigen den 821 Fußhohen Letzenberg, der eine freundliche Aussicht nach der Rheingegendbietet, und kommen in das 1300 Einwohner starke und ziemlich vermög-liche Pfarrdorf Maisch, wo sich eine Schwefelquelle befindet, derenWasser auch auswärts verkauft wird. Nach 1),-. Probst's Analyse ent-halten 16 Unzen dieses Wassers.