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Das Grossherzogthum Baden in malerischen Original-Ansichten / in Stahl gestochen von Ioh. Poppel und andern ; begleitet von einem historisch topographischen Text von Eugen Huhn
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Der Taubergrund und das Mainthal.

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Hier vereinigen sich die Grünbach nnd Wittigbach, wovon aber letzterewasserreicher und länger ist, auch das Hauptthal bildet, während der Griin-bach nur aus einem Seitenthale kommt. Letztere führt nach den ziemlichgroßen Dörfern Zimmern, Unter- und Oberwitttghausen undtreibt einige Mühlen. Erstere entsteht aus zwei bei Paimar sich ver-einigenden Bächen und durcheilt ein enges Thälchen. Grünsfeld selbst istein alter Ort und wurde 1380 von Wilhelm von Bebenburg an dieMarkgrafen von Brandenburg verkauft, kam aber zuletzt an Würzburg und 1803 als Entschädigung an den Fürsten von Salm.

Zm Tanberthale führt die Straße immer auf dem rechten Ufer, baldsich demselben nähernd, bald wieder entfernend, zuerst nach Distelhan-sen, einem wohlhabenden Pfarrdorfe am rechten Tauberufer mit 800Häusern, Armenhaus, byzantinisch gebauter Kapelle und gutem Weinbau,womit einiger Handel getrieben wird. Nur ein halbe Stunde nordwestlichvon da, jedoch auf dem linken Ufer liegt das Pfarrdorf Dittigheim mit1100 Einwohnern, und hinter demselben auf der Höhe des Bergs der großeHof Steinbach mit bedeutender Landwirthschaft und Viehzucht.

In geringer nördlicher Entfernung, auf derselben Flußseite breitet sichnun am Fuße eines freundlichen, mit einer Kapelle gezierten Bergs dieAmtsstadt Bischofs heim aus, zum Unterschied von zwei anderen gleich-namigen Amtsorten des Großherzogthums Tanberbischofsheim ge-nannt. Sie hat eine sehr angenehme Lage an dem Vereinigungspunkteder Straßen nach Würzburg , Wertheim , Mergentheim und Heidelberg ,hat daher einen bedeutenden Verkehr, Gewerbe, Handel, ein Gränzpostamt,einige Mühlen, einen schönen Bierkeller und ein Gymnasium, das imSpätjahre 1846 aus einem im ehemaligen Franziskanerkloster errichtetenPädagogium gebildet wurde. Die Stadt zählt 2500 Einwohner, ist ziem-lich freundlich gebaut und hat mehrere Kirchen. Sie gehört zu den ältesten> Orten der Umgegend, denn schon im Jahre 725 bestand hier ein bischöfli-! cher Hof, den der heil. Bonifacius zur Errichtung eines Frauenklosters be-stimmte. Jutta, Mutter des Kaisers Ludwig III -, bekam im Jahre 911§ den Ort zum Wittum von Erzbischof Hatto III. angewiesen, er kam aber978 wieder an das Erzstift zurück und verblieb demselben, obschon er mehr-mals vorübergehend in andere Hände gegeben war. Aus dem Frauenklosterentstand im dreizehnten Jahrhunderte das jetzt noch vorhandene Spital,im Jahre 1629 wurde jedoch ein Franziskanerkloster errichtet, das erst 1808einging und seine oben gemeldete neue Bestimmung erhielt. Die Stadtselbst wurde mit den meisten Orten der Umgegend dem Fürsten von Lei-