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Das Grossherzogthum Baden in malerischen Original-Ansichten / in Stahl gestochen von Ioh. Poppel und andern ; begleitet von einem historisch topographischen Text von Eugen Huhn
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434
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Die Eisenbahn im Rheinthal

Eine Reise mit der Eisenbahn ist für einen Freund schöner Gegen-den nicht immer interessant und angenehm, weil diese Schienenwege ge-wöhnlich nur durch ebene Gegenden führen und die Richtung einhalten,welche am geradesten ist und die wenigsten Schwierigkeiten darbietet.Aber eine Reise auf der badischen Eisenbahn gehört zu den schönsten Ver-gnügungen, die man sich machen kann, denn man durcheilt das herrlicheRheinthal von Heidelberg bis Basel und während das Auge westlich dieEbene der Nheingegend mit ihren zahlreichen Dörfern überschaut, rolltsich westlich die ganze Kette der Gebirge auf, vom rebenbekränzten Fußemit den vielen Dörfern und Weilern, Höfen und Häusern bis hinauf zuden Höhen, wo dunkle Wälder mit Wiesengrü» abwechseln und die Gipfeldie mannichfaltigsten Formen zeigen. Es gewährt diese Reise einen Ge-sammtüberblick über das Ganze des Rheinthals und man sieht mehr dasGroßartige, indem das Specielle rasch vorübcrfliegt. Mancher dieserGegenden, verschiedene Städte, besonders die größeren haben wir schonbesucht, wir eilen an ihnen vorüber; wo wir noch nicht waren, lassenwir das Auge länger darauf ruhen und die Vergangenheit aus ihremGrabe heraufsteigen.

Von Heidelberg abfahrend entrollt sich vor uns die hohe Gebirgs-reihe, oben umdunkclt durch zahlreiche Bäume, unten Ort an Ort sichschmiegend, Rvhrbach, Leimen , St. Jlgen und Nußloch , rechts aber zuersteine herrliche, kornreiche Ebene und dann der düstere Hardtwalv, der sichbis Karlsruhe zieht und aus dem nur hin und wieder Kirchthürme undDörfer hervorschauen. Wiesloch erblickt das Auge nicht, denn der davor-liegende Hügel verbirgt es. Nun wird auch die links liegende Gegendniedriger, blos der Leßenberg bei Maisch erhebt sein Haupt höher undbald darauf erscheint nur eine Art Hochland, wo wir vor uns in kurzerEntfernung Miugolsheim überschauen, um wenige Minuten darauf diezweite Station Langenbrücken zu erreichen. Das Auge wird erfreut durch