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W e r o l d s e ck.
Die Linie Geroldseck-Veldenz war, wie wir gesehen haben, durchHeinrich I , gestiftet worden, der die Kastenvogtei von Ettenheimmünster ,und Hohengervldseck bekam, während er die Bergstraße und die BurgSchwanau mit der anderen Linie gemeinschaftlich besaß. Es beerbte ihnsein Sohn Walther II., dem seine Gemahlin, Mena, Gräfin von Spon-heim, zwei Söhne schenkte, von welchen wieder zwei Geschlechter aus-gingen. Georg stiftete nämlich das zweite Geschlecht der Grafen von Vel-denz, deren Erbe später durch Anna an Zweibrücken überging, Herrmann III.! aber die Linie Geroldseck-Tübingen, so genannt von seiner Frau aus demHause Tübingen . Dessen Sohn Walther III. der mit Anna von Fürsten-derg vermählt war, ist berühmt durch seine unglückliche Fehde mit derStadt Straßburg , welche ihn in seiner Burg Schwanau belagerte, unddieselbe nahm, wobei er umkam. Seine Söhne nahmen wieder eine Thei-lung vor, wobei Georg Wilhelm und Gundols die Herrschaften Sulz undDornstetten bekamen und sich nach Sulz benannten, Heinrich II. undWalther IV. aber Schloß und Herrschaft Hohengervldseck erhielten. ErstereLinie hatte kein Interesse für das badiiche Land, auch starb sie schon 1483aus, worauf deren Güter von Eberhard von Würtemberg an sich gezogenwurden, jedoch zur Zeit der Vertreibung des Herzogs Ulrich wieder andie Linie Hohengervldseck fielen.
Diese schied sich gleich nach ihrer Entstehung wieder in zwei Acste,aber Walther, der Sohn Heinrichs II,, starb schon 1386 in der Schlachtbei Sempach ohne Erben, und so führte sie Walther IV,, Heinrichs Bru-der allein fort. Dieser verglich sich mit dem Bischöfe von Straßburg überdie frühere Fehde, ebenso mit der Stadt Straßburg und erhielt 1350Ruwenberg und die Kastenvogtei über Schüttern. Seine Söhne Hein rich III , und Georg II , besaßen die Herrschaft von 1365 bis 1370 gemein-schaftlich, lebten aber in stetem Streit mit einander, den erst die Theilungvon 1370 beendigen konnte. Georg war anfangs Geistlicher und verhei-rathete sich später, da jedoch sein Sohn Hans im Jahre 1384 ohne Nach-kommen starb, so wurden beide Theile wieder vereinigt i» der HandHeinrichs III,, der in demselben Jahre starb und die Herrschaft jenem ausder Ehe mit Anna von Ochsenstein entsproßenen Sohne Walther V, hinter-ließ, Dieser war ein mächtiger Herr und anfangs angesehen und geach-tet, aber bald starb ihm seine Gemahlin und noch größeres Unglück be-reiteten seine Söhne Diebold I,, Heinrich IV,, Walther VI,, Georg III ,und Johann III. zuerst ihm und dann sich selbst. Gleich nach dem Todeseiner Gemahlin empörten sich gegen ihn seine Söhne Diebold und Hein-rich, nahmen ihren Brüdcrn das Erbe weg und verjagten den Vater,der bei Heinrich VI , von Fürstenberg einen Zufluchtsort zu Wolfach fand.Als Diebold Ansprüche auf die Herrschaft Lahr machte, nahm sich seinWiderpart, Johann von Mörs und Saarwerden dessen vertriebenen Va-ters an und verband sich mit den Brüdern Georg und Johann , denHerren von Gerolds-Sulz und Neinold von Urslingen, wofür sie ihmihre Ansprüche auf Lahr abtraten, Sie schloßen einen förmlichen Bundmit einander und eroberten die Burg Gerolvseck, 1430, aber Walther V,starb inzwischen zu Wolfach und Heinrich IV, wurde, als er vom Conci-lium von Basel zurückkehrte, von den Edelleuten des Markgrafen vonBaden erschlagen. Erst im Jahre 1434 ward der lange Streit geschlich-tet, wornach jeder der Brüder einen Dritttheil der Allodien und beweg-lichen Güter besitzen, von den Lehen jedoch der Domherr Georg, so langer nicht wieder Lape feie, ausgeschlossen bleiben und diese der ältere Bru-