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ausgebaut. Denn der Thurm hat die ihm ursprünglich zugedachteHöhe nicht erreicht und wird sie auch wohl nie erreichen trotz dervor mehren Jahren angeregten Absicht, als Schluß des Ganzenauf den Tragsteinen des obersten Gewölbes eine Pyramide mitdem Kreuz zu errichten. Eine solche pyramidale Thurmspitze (60Fuß hoch) war dem Dom nach dem im Stadtarchive aufbewahrtenältesten Riß anfänglich bestimmt, aber als der Glaube und dasGeld ausgingen, hat man ihm eine runde Bedachung aufgesetzt.So strebt der Thurm kühn empor und hält plötzlich inne. Trotzdem kann er indeß für ein schönes Denkmal der jüngeren Periodegothischer Bauart gelten, wo dieselbe von ihrem Glanz- und Höhe-punkt in das Stadium der letzten Nachblüthe getreten war, undeigentlich erhält die alte Kaiserwahlstadt durch ihn erst ein Ansehen.
Der Hochaltar im Inneren des Domes, durch einen Bi-schof von Worms und Probst dieses reichen Stiftes, Graf HugoEberhard Kraz von Scharfcnstein, anno 1668 gestiftet, ist untenmit den Bildsäulen des heiligen Bartholomäus und des heil.Carolus (des Großen), oben mit den Bildsäulen des heiligenHugo und Eberhard (des Stifters Patrone) geziert; er hat zumAltarblatt eine mittelmäßige Kopie der rubensischen HimmelfahrtMariae; ihre Stelle soll jedoch bald ein würdigeres Gemälde vonPhilipp Veit einnehmen. Die acht Nebenaltäre sind wenig ge-schmückt; verschiedenen Zeiten und Geschmacksrichtungen angehörendbeeinträchtigen sie selbst zum Theil die Harmonie der Kirche, welcheohnedem schon durch die Kanzel, sowie durch ein altfränkisch ver-schnörkeltes Gitterwerk vor dem Hochaltar und die Gallerten we-sentlich gestört ist.' Geringe Aufmerksamkeit verdienen auch dieGemälde an den Seitenwänven des Chores. Die Wahlzellerechts in einer Vertiefung des kleinen Chores befindlich, ist einunscheinbares schmales und schmuckloses Gewölbe.
Außer dem Dome fehlen in Frankfurt Bauwerke gothischenStyles. Die St. Leonhardskirche, an deren Stätte diePfaltz Karl des Großen gestanden haben soll, gehört theilweise dem13., 14. und den folgenden Jahrhunderten an. Ehedem eine derheiligen Jungfrau und dem heiligen Georg gewidmete Kapelle, zu