24 Einleitung: Entwickelungsgang der Menschheit.
beweist, mit dem man natürliche Höhlen benutzt und wenn möglich erweitert hat. Esmag hier die Bemerkung ihre Stelle finden, daß in Nordamerika Höhlenbewohner undHöhlentiere in der Urzeit nicht nachzuweisen sind, obwohl der Erdteil vielleicht nichtdünner bevölkert war als Europa . Am interessantesten sind die Anfänge des Steinbaues,der sich in gewissem Sinne von diesen Höhlenwohnungen herleitet, sich aber dabei aufeinem seltsamen Umwege entwickelt: Der Mensch scheint nicht zuerst darauf verfallen znsein, sich selbst unter künstlich aufgeschichteten Steinen zu bergen, sondern er hat die erstenSteinbauten seinen Toten errichtet.
Am gewaltigsten unter allen steinernen Resten der Vorzeit erscheinen die sogenanntenmegalithischen Denkmäler, deren verschiedene Formen mit eignen, meist der keltischenSprache entnommenen Namen bezeichnet werden. Da sind zunächst die Menhirs (lange
16. Makara eine Hütte bauend.Nach Photographie.
Steine) oder Monolithen, längliche, aufgerichtete Felsblöcke von oft außerordentlicherGröße, die in Schottland z. B. noch in historischer Zeit als Erinnerungszeichen bei einemSiege, Friedensschlüsse oder Eidschwure errichtet worden sind, am häufigsten aber als Grab-mäler gedient haben. Ordnen sich mehrere Menhirs zu einem großen Kreise, dann habenwir es mit Cromlechs (Steinkreisen) zu thun, die in den weitaus meisten Fällen alteGrabstätten umgeben. Verschiedenes läßt darauf schließen, daß man mit diesem Ein-schließen der Toten in bestimmte Räume weniger ihnen eine Ehre oder Wohlthat erweisenals sie vielmehr hindern wollte, als Gespenster zu ihren alten Wohnstätten zurückzukehren;wir haben also hier die früheste Form des Bannkreises. So findet sich auf der altenBurg von Mykenä ein solcher Steinkreis, der die Gräber der früheren Bewohner um-schließt und damit von den Wohnungen der späteren Besitzer scheidet. In der Mitte derCromlechs liegt oft noch ein einzelner Stein oder ein Steingrab, auch mehrere konzentrischeKreise oder parallele Reihen kommen vor.