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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Anfänge der Religion. Mythologie und Kultus. ^

ergründen, so ist er als ungeschälter Denker geneigt, sich mit der nächsten besten Er-klärung zu begnügen, ja reine Phantasiegebilde auszumalen, an die er schließlich selbstglaubt. Am verständlichsten ist ihm das eigne Wesen, das er nun auch in andern be-lebten und unbelebten Dingen voraussetzt — die ganze Natur scheint ihm beseelt (Ani-mismus), jeder glückliche oder unglückliche Zusall ist ihm die absichtliche That eines sreund-lichen oder feindlichen Wesens. So entsteht die Mythologie, die man als die ältesteForm der Weltweisheit, als eine Tochter des grübelnden Verstandes und der Phantasiebezeichnen kann. Mythologische Vorstellungen über irgend eine Naturerscheinung könnenbestehen, ohne daß man schon von einer Religion sprechen könnte — die entsteht erst,wenn zur Mythologie der

Kultus hinzutritt.

Der Kultus oder dieVerehrung irgendwelchen hö-heren Wesens entspringt einemganz andern Bedürfnis desMenschen als die Mythologie— wie diese den Verstandzu befriedigen sucht, ist er einAusfluß des Willens. Inseinem unsicheren, von tausendGefahren umlagerten Daseinbedarf der Mensch einer Stütze,die seinen wankenden Mut aus-recht erhält und ihm in Notund Gefahr Zuversicht undGeduld verleiht, und dieseStütze ist der feste Glaube andie Hilfe einer höheren Macht.

Der unerschütterliche Glaubeist also der Kern des Ganzen,

Nebensache ist zunächst, auswessen Hilfe man vertraut,auf welchem Wege man zudiesem Vertrauen kommt undwie man die Hilfe sich zu ver-schaffen sucht. Es gibt Bei-spiele einer Verehrung, dieeigentlich gar kein bestimmtesZiel hat, während in fderRegel die Gestalten, die dieMythologie schafft, nunmehrauch Gegenstand der Anbetung

werden. Je mehr sich aber durchschaut er die kindlichen Phan-

der Verstand des Menschen entwickelt, des ^ch^^ ^st neuen Erkenntnissen angepaßttasten der älteren Mythen, dre nun umge gmr; zu Grunde gehen. In

werden müssen, bis sie abermals veratten un sch ß ^ S Völker zu jener Zeit, alsdiesem letzten Stadium befand sich dre Reügron der uasstschen ^orrer zr

das Christentum zum erstenmal seine ^"ger ^ die in ihren

Eine besonders verbreitete des zurückgeht

sängen weniger auf Pretät gegen dre ^rsto^

47—tS. Massen und Geräte aus Uardwestamcrika(Museum für Völkerkunde in Berlin ).

47. Keule der Haida. 48. Tanzrassel von West-Buncouver,4S. Schüssel der Haida aus Schiefer.

Anfängen Weniger auf Pietät gegen die Verstorbenen, als auf Gespensterfurcht zurückgehtund erst nach und nach eine freundlichere Form angenommen hat. Man bewahrt oftdie Leichen oder wenigstens den Schädel der Toten mit heiliger Scheu auf, ja mansammelt und raubt wohl auch fremde Schädel, um möglichst viele dieser Talismane zubesitzen, bis sich die abscheulichen „Schädeljagden" vieler malaiischer Völker aus dieser