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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Anfänge des Staates.

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festeren, weil sittlicheren Gebilde. Ob man die Heiraten zwischen Verwandten deshalbunterließ, weil man die üblen Folgen der Inzucht erkannt hatte, oder ob der ganze Vor-gang auf eine sittliche Verfeinerung, auf ein unbewußtes Zurückdrängen des Tierischenim Menschen zurückzuführen ist, muß noch immer als zweifelhaft gelten. Jedenfallstritt die Erscheinung überall auf. So zerfällt denn die alte Geschlechtsgenossenschaft, undwährend die Familie den einen Teil ihrer Aufgaben übernimmt, fällt der andre dem sichmehr und mehr entwickelnden Staate zu.

Die Anfänge des Staates sind so kümmerlich wie die der Familie. Es gibt nochVölker, wie die meisten Bewohner Deutsch-Neuguineas, die nicht einmal eigentliche Häupt-linge besitzen — in diesem Falle Wohl eine Folge der friedlichen Zustände des Landes.Von Autorität — elterlicher oder andrer — ist überhaupt bei den Naturvölkern wenigdie Rede. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Krieg die Menschen zuerst zu festeremZusammenschluß und zur freiwilligen Unterordnung unter besonders tapfere oder klugeFührer veranlagt hat und damit zu einem mächtigen Förderer der Anttur geworden ist,der er doch anscheinend feindlich gegenübersteht. War einmal eine bevorrechtete Führer-klasse geschaffen, so war damit der Boden für das Entstehen des Adels, der Fürstenmachtoder m andrer Entwickelung des Kastenwesens bereitet. Eine unfreie, dienende Klassewar dagegen nur dort denkbar, wo die Arbeitskraft des Mensche» bereits ein Kapitaldarstellte, das reichliche Zinsen trug also dort, wo man Ackerbau oder Industrie ingrößerem Maßstabe trieb; reine Jäger- oder Fifchervölker können Sklaven nicht brauchen,die ihnen nur die Nahrung schmälern, ohne entsprechenden Nutzen zu bringen. Am durch-greifendsten entwickelt sich die Standestrennung, wenn ein Eroberervolk ein andres völligunterjocht und dessen Land in Besitz nimmt, so daß die Unterworfenen, wie die HelotenUl Sparktl, als Äeibeigue den Siegern zufnüen. Uns ähnlichen Anfängen lst dns indischeKastenwesen entsprungen Bei sehr alten Kulturvölkern tritt der Adel, der als Feudal-und Hofadel ursprünglich die Führung des Volkes hat, mehr und mehr zurück, dafürbilden die gelehrten Berufe und die wohlhabenden Klassen eine Art von Geistes- undGeldadel, wie das in China schon ganz durchgeführt ist.

Von einem Rechte in unserm Sinne ist in der primitiven GeMscha t natürlich nichtdie Rede. Innerhalb der Horde rächt der einzelne im zornigen Aufbrausen das Unrecht,das ihm zugefügt wird, oder duldet es aus Furcht oder Bequemlichkeit; nach außen hintritt die Horde geschlossen auf und sühnt die Beleidigung oder Schädigung die emen auschrer Mitte betroffen hat, durch feindliches Auftreten gegen den Stamm des Beleidigers(Blutrache). So wie sich die Autorität einzelner mehr und mehr entwickelt, werden Restdanach streben, die Streitigkeiten zwischen Stammesgenoff eu zu entschelden und durchkühle Erwägung der Schuld größeres Unheil zu verhüten. Nach und nach bildet sich emHerkommen, bestimmte Strafen werden für häufiger vorkommende Falle festgesetzt wennauch andre als Körperstrafen und Ausstoßung m der Urzeit kaum denkbar smd, da Person,liches Eigentum fehlt. Das Eigentumsrecht aber hat sich erst nach und »ach aus dernrohen Kommunismus der Urzeit entwickelt; nach außen hm scheint es früher i i sForm aufzutreten als innerhalb des Stammesverbandes, wo es sich m ganz ah l'ch rWeise herausbildet, wie das Recht auf eine Gattm, das nur em besonders mteres ant rTeil des Eigentumsrechtes ist. Bei den meisten Kulturvölkern stndet sich nur nnerhalbdes engsten Familienkreises ein Rest des alten Kommunismus, bei andern - z. B. denSüdslawen, den Indern — sind diese Reste viel bedeilteiider. ^ , entwickeln

Während so innerhalb des Stammesverbandes Rechtsbrauche enfftehe^

sich im Verkehr mit andern Stämmen die Anfänge des Volkerrech e -, P tauchenin einem fremden Stamme Verwandte haben und deshalb weniger z ^ H Wennals andre sind die ersten Vermittler zwischen diesem und dem e'gneu Nam ue. Wennsich ein solcher Verkehr besestigt, gelangt man zu der Anschauung daß G a dte u d B e.

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