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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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412 Die Treppen und Aufzüge.

früher gebräuchlichen Verlaschungen und Vernietungen, die einzelnen Teile eiserner Treppenderartig aus Guß- und Schmiedeeisen zu kombinieren, daß ersteres nur. auf Druck,letzteres nur auf Zug in Anspruch genommen wird. Speziell sind in dieser BeziehungJolys Patentierte Eisentreppen hervorzuheben, bei denen dieses System zu großer Voll-kommenheit ausgebildet ist und die sich infolge geschickterEinzelanordnnng sehrleicht aufstellen lassen. WieAbb. 374zeigt, bestehen die Wangen aus parallelen geschmiedetenGurtungen a, zwischen welche sich die Diagonalen ci fügen,die in die Stnfenträger U anslaufen. Die Tüllen b Uhalten die Gurtungen und Diagonalen in geeigneter Ent-fernung auseinander, und die Bolzen o dienen zur Verbin-dung aller Teile. Wie reich eine solche Treppe ausgebildetwerden kann, zeigt Abb. 375, zu der wir bemerken, daßfür die Trittstufen sowohl die Anwendung von Holz,wie auch von Marmor- oder Granitplatten möglich ist.Infolgedessen haben sie selbst für öffentliche Gebäude,Schlösser oder Hotels vielfach Anwendung gefunden undlassen sich jedem gewünschten Raum gefällig anschmiegen.Auch für kleine Wendeltreppen bietet Jolys Patentmancherlei Vorzüge. Wir teilen in Abb. 382 die Treppefür die Lutherkirche in Berlin mit, die sich bei einemDurchmesser von nur 1,6 in um eine Spindel windetund an den vier Seiten an Stangen aufgehängt ist, umdas untere Gewölbe zu entlasten. Das Gewicht derTreppe wird hiernach von großen Fachwerkträgern aus-genommen, die, wie auch der obere Podestträger, eben-falls nach Jolys Patent konstruiert sind. Auf diese Träger,deren Aussehen zugleich eine hübsche Zierde für denRaum bildet, werden wir in dem Abschnitt über dieMittel der Innendekoration noch besonders zurückkommen.

Da das Ersteigen auch der bequemsten Treppenin mehrgeschossigen Häusern von allen Eintretenden die-selbe verlorene Arbeitsleistung erfordert, so hat schonlange der Gedanke nahe gelegen, die Treppen durchzweckentsprechende Aufzüge entbehrlich zu machen, wiesolche für Speisen und kleinere Lasten schon seit altersbekannt sind und sich vielfach trefflich bewährt haben.Für die praktische Durchführbarkeit handelt es sich dabeiaber vor allem um die Frage der Gewinnung einergeeigneten maschinellen Kraft zum Betriebe des Aus-zuges. Für eine solche ist die Verwendung eines Dampf-,Gas- oder sonstigen Motors deshalb nicht ohne weiteresvorteilhaft, weil Auszüge nur zeitweilig gebraucht werdenund sich die Benutzung derartiger Maschinen daher nichtin ökonomischer Weise einrichten läßt. Als besonderspraktisch schien sich unter diesen Umständen eine Druck-wassermaschine anordnen zu lassen, da die hydraulischeKraft durch einfache Ventilöffnung jeden Augenblick inBetrieb gesetzt werden kann und während des Ruhezustandes keine Kosten entstehen.Abb. 378 zeigt einen kleinen Lastenaufzug mit direkt wirkender hydraulischer Presse. Mansieht, daß in diesem Falle die Länge des Druckstempels der Gesamthubhöhe entspricht.Hieraus folgt, daß, wenn diese Einrichtung für mehrgeschossige Häuser getroffen werdensoll, der Stempel nicht nur ein außerordentlich bedeutendes Gewicht erhält, das durchGegengewichte ausbalanciert werden muß, sondern daß auch die Herstellung und Jnstand-

W2. Spindel-Wendeltreppe (SystemIoiy> in der Lntherkirche ;n Berlin .