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Die Fenster und Thüren.
Sie bieten den Vorteil, sowohl die obere wie die untere Fensterhälfte vollständig öffnenzu können, ohne daß die Flügel irgendwie hindernd vortreten, und sie sind leicht zu hand-haben, da alle Teile durch Gegengewichte völlig ausbalanciert werden. Unser Fensterzeigt gleichzeitig die englische Einrichtung, wonach die Sicherheitsläden innerhalb derBrüstung untergebracht werden und sich nach Aufklappen der Fensterbank durch ihreGegengewichte von selbst schließen. Endlich wird zu größter Vollkommenheit das Ober-stück der Bekleidung zurückgesetzt und hierdurch soviel Raum gewonnen, daß sich eineSpanjalousie zum Schutz gegen Sonnenstrahlen anschlagen läßt. Die Einzelheiten derKonstruktionen dürften aus dem neben und unter den Gesamtänsichten dargestellten großenVertikal- und Horizontalschnitten deutlich hervorgehen.
Ein Blick auf die komplizierten Holzguerschnitte, wie sie die Abb. 383—389 für gutkonstruierte Fenster zeigen, wird es leicht erklärlich machen, daß über die Mängel geradedieses Bauteiles besonders häufig Klagen geführt werden. Mit den verschiedensten Mittelnist daher versucht, durch künstliche Hakenfalze, Keilanhebungen und dergleichen mehr einunter allen Umständen dichtes Fenster zu schaffen, und wir geben in den Abb. 390—392ein solches, das seit kurzem die vorteilhaftere Dichtung, welche Schiebefenster durch ihrekräftige Ausfälzung des Rahmenunterstückes gewähren, auch für Flügelfenster nutzbar zumachen versucht. Bei diesem Fenster ist an das Unterstück der Zarge eine eiserne Schienegeschroben, über welche die Flügel mittels eines Klemmhebels hinweggehoben werden.Diese Einrichtung kann ganz besonders für die untere Andichtung von Balkonthürenempfohlen werden. Der endliche Erfolg wirklicher Dichtigkeit hängt aber auch hier aus-schließlich von der Güte der Arbeit und des Materials ab, und darin liegt auch der Grund,aus dem man immer wieder gern zu den einfacheren Konstruktionen zurückgreift.
Eiserne Fenster konnten bis vor kurzem nur für untergeordnete Räume in Fragekommen, da man sowohl gußeiserne wie schmiedeeiserne Fenster nur mit kleiner Scheiben-teilnng und mangelhafter Verschlußeinrichtung kannte. Der Fortschritt der Schmiedekunsthat sich aber auch in dieser Beziehung die Einführung der verschiedenartigen Faconeisen zunutze gemacht, so daß man heute im stände ist, mit eisernen Fenstern weit höheren Anforde-rungen an Dichtigkeit und Zierlichkeit zu genügen, als sich mit Holzfenstern jemals erreichenlassen dürften. Speziell ist an dieser Stelle das neuere „Hamburger Kontorfenster" alsBeispiel anzuführen, das in ingeniöser Weise aus Winkeleisen zusammengesetzt ist unddessen innere Messingfalzleisten eine früher unerreichte Dichtigkeit verbürgen. Um die Mitteganz freizulassen, Pflegt dasselbe sechsteilig ausgeführt und nur bezüglich der Seitenflügelzum Öffnen eingerichtet zu werden. Dennoch hat ein solches Fenster bei 3 gin Fläche nur0,44 gm lichtraubende Eisenteile, wogegen bei einem ebenso großen dreiteiligen Fenster nachden Abb. 383—387 durch das Hvlzwcrk mehr als 1 gin von der Lichtfläche verloren geht.Die Scheiben werden, da Kitt auf Eisen oft schwer erhärtet, mittels besonderer kleinerProfileisenleisten festgeschroben. Der Preis stellt sich freilich aus 130 Mark und ist dem-nach gerade noch einmal so hoch wie derjenige für ein ebenso großes dreiteiliges Holzfenster.
Von wesentlichster Bedeutung für das zufriedenstellende Funktionieren der Fenstersind die Beschläge. Ursprünglich bediente man sich des einfachen Holzknebels zumVerschluß der Luken und Fenster. Dann wurden die letzteren mit feststehendem Mittel-pfosten ausgeführt und erhielten Anwurfhaken oder Vorreiber. Später wünschte man denfesten Pfosten entbehrlich zu machen und erfand den Espagnolette- oder Drehriegelverschluß,bei dem die Flügel in der Mitte so zusammenschlagen, wie in Abb. 386 links gezeigt ist.Dabei bewegt sich die Stange auf dem Rahmholz in Führungen und liegt an der Innen-seite sichtbar vor. Endlich wurde auch diese Verschlußart verdrängt durch den Baskül-oder Zugstangenbeschlag, bei dem eine Bohrung innerhalb des Rahmholzes die Stangeaufnimmt. Die Abb. 396—405 zeigen einige dieser Beschläge, unter denen speziell auf densogenannten Rollriegel und den Hebelriegel hingewiesen sei, die die von dem FabrikantenSpengler erfundenen neuesten Ausführungsweisen des Baskülverschlusses darstellen.
Besondere Bedingungen bestehen endlich noch für Kaufladenfenster, deren großeungeteilte Scheiben in der Regel gar nicht znm Öffnen eingerichtet, sondern direkt in derfesten Zarge verglast werden. Das Vereisen und Beschlagen der Ladenfenster läßt sich
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