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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Heizung und Ventilation.

mählich sich steigernder Kultur schon im grauen Altertume wirkliche Feuerungsanlageuund ofenartige Einrichtungen zur Erzeugung größerer Hitze für gewisse Arbeitszweckehergestellt, bei denen man für einen künstlichen Luftzug sorgte und sich auch schon hierzueiner Art Gebläses oder Blasebalgs bediente. So benutzten die ältesten Kulturvölker derErde, Ägypter, Hebräer und Chaldäer, sehr frühzeitig nicht nur Öfen zum Ziegelbrennen,sondern auch zum Eisen- und Glasschmelzen, welche eine den heutigen technischen An-forderungen an solche Apparate angenähert entsprechende Einrichtung haben mußten, wennsie ihren Zweck erfüllen sollten. Feuerungsanlagen mit wirklichen Schornsteinen scheinenaber im Altertume unbekannt gewesen zu sein. In Homers „Odyssee" heißt es: „Odysseus indessen wünschte, auch nur den bloßen Rauch von seinem Heimatlande aufsteigen zusehen." Aus dieser Stelle der uralten Dichtung haben einige Altertumsforscher schließenwollen, daß die Häuser auf Jthaka Schornsteine gehabt hätten; indes steigt der Rauchauch ohne Schornstein in die Höhe und in der klaren Lnft Griechenlands mochte er schonaus weiter Ferne wahrnehmbar sein, besonders wenn er von hochgelegenen Opferstättenherrührte. Eine viel bestimmtere Angabe, welche allerdings auf eine Vorrichtung zumRanchabzug hindeutet, befindet sich in dem Lustspiel des Aristophanes „Die Wespen ",worin gesagt wird, daß der eingesperrte Philokleon versuchte, durch den Rauchfang zu

682. Kcixungsanlage in den Kadern des Mtiis in N»m.Nach einem antiken Wandgemälde.

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entkommen. Der alte Rauchfang ist aber keineswegs gleichbedeutend mit der Einrichtung,die wir als Schornstein oder Esse bezeichnen, denn nach den schriftlichen Überlieferungenalter Knlturhistoriker und selbst aus den Überresten zertrümmerter antiker Wohnhäuser,wie sie in Pompeji und Herculaneum straßenweise aufgefunden worden sind, ergibt sichunzweifelhaft, daß zum Abzug des Rauches aus den mit Feuerungsanlagen versehenenRäumen entweder nur Thür und Fenster, oder höchstens ein rundes Loch in der Decke,das zum Dach hinaus in die freie Lnft führte, benutzt worden sind. In einigen altenSchriften findet sich auch die Bemerkung, daß die Sonne durch den Rauchsang mit ihrenStrahlen den Fußboden beleuchtet habe. Hieraus dürfte wohl zu folgern sein, daß derRauchfang nicht in größerer Höhe über das Dach hinaus aufgebaut worden ist.

In rationeller Weise waren die Feuernngs- und Heizanlagen in den großartigenBädern der alten Römer ausgebildet, wie aus Abb. 682 u. 683, wo Abbildungen solcherBäder nach antiken Wandgemälden gegeben sind, ersichtlich ist. Es können diese Ein-richtungen als die Vorbilder der modernen Luftheizungen betrachtet werden. Die Feuer-herde waren bei diesen sogenannten Thermen unterhalb des Fußbodens angebracht, unddie heißen Rauchgase zogen durch vielfach angelegte Kanäle unter dem mit Stein-platten in geschmackvoller Mosaik belegten Fußboden hin, so daß in der Regel alleWärme den Lokalitäten von unten zugeführt wurde. Selbstverständlich mußten beiderartigen Feuerungsanlagen, wenn sie den gewünschten Zweck erfüllen sollten, auchentsprechend hohe Rauchabzugskanäle, also wirkliche Schornsteine vorhanden sein, denn