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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Heizung und Ventilation.

zirkuliert oder wohl auch zum Zweck der Lüftung von außen frische Luft zugeführt wird.Manche Gasöfen sind mit einem doppelten Mantel versehen, und der Zwischenranm beiderMantel enthält eine Wasserfüllung; hierdurch wird nicht nur das Überhitzen der Ofen-wand verhütet, sondern zugleich auch eine gewisse Wärmeanfspeicherung erreicht, wodurcheine langsame Wärmeabgabe herbeigeführt wird. Die hierbei zu Grunde liegende Idee istgewiß rationell, es scheint jedoch, daß diese Einrichtung beim Gebrauch mit Übelständenverknüpft ist, welche die ausgedehntere Anwendung dieses Systems verhinderten. Ganzneuerdings sind auch die elektrischen Heizapparate ausgebildet und zum Teil in Formvon wirklichen Öfen in Anwendung gebracht worden, jedoch ist diese Art der Heizung zurZeit noch zu kostspielig, um zu allgemeinerem Gebrauch geeignet zu sein, obschon sie inandrer Beziehung große Vorzüge vor allen andern Heizmethoden besitzt.

Was die Klassifizierung der Öfen im allgemeinen anbelangt, so kann diese von ver-schiedenen Gesichtspunkten aus stattfinden:

Nach dem Gebrauch in Heizöfen, Heizkochöfen und einfache Kochöfen.

Nach dem Konstruktionsmaterial in Thonöfen, Eisenöfen und Thon-Eisenöfen.

Nach der Einrichtung des Brennraumes in Schüröfen, bei denen man häufig nach-legen muß, und in Füllöfen.

Nach der Wirkung in einfache Heizöfen, in Zirkulationsöfen und in Ventilationsöfen.

5. Nach dem Brennstoff in Holzöfen, Steinkohlenöfen, Koksöfen, Gasöfen u. s. w.

6. Nach der äußern Form in Säulenöfen, Kastenöfen, Kaminöfen u. s. w.

Folgen wir der historischen Entwickelung, indem wir von der

ältesten Art, vom Kamin, ausgehen. Wie bereits gesagt, habendie verbesserten Kamine die Einrichtung von Öfen erhalten, wennauch die Feuerstelle zum Zweck der Aussendung strahlender Wärmeund zur Befriedigung des Wohlgefallens am Anblick des Feuersoffen geblieben ist. Die Verbesserung des Kamins in technischerBeziehung datiert aus der letzten Hälfte des 18. Jahrhunderts, woFranklin und Rnmford sich mit der Heizungsfrage beschäftigten.Benjamin Franklin trennte den Feuerraum vom Schornstein undführte die heißen Berbrennungsgase zur Wärmeansnütznng nachkurzem Aufsteigen wieder niederwärts, um sie zuletzt in einem unterdem Fußboden angelegten Kanal nach dem Schornstein entweichenzu lassen. Der so eingerichtete Heizapparat wurde als „Penn-sylvanischerOfen" oder als „Frankline" bezeichnet. Rnmford ließdagegen die charakteristische Eigenschaft des Kamins, welche in derunmittelbaren Verbindung der Fenerstelle mit dem Schornstein liegt,bestehen, traf aber die Anordnung derartig, daß der Feuerraumweiter in das Zimmer hineinverlegt wurde, indem er in der Höheder Kaminöffnnng den Schornstein durch eine an der Hinterwandder Feuerstelle aufgeführte Mauerung verengte, so daß nach oben

Douglas' Kamin.

nur ein schmaler Spalt zum Abzug des Rauches offen blieb. Die nötige Tiefe des Feuer-raumes wurde durch den vorgerückten Feuerherd erhalten. Außerdem verbesserte Rumfordauch den Zug im Schornstein durch einen angemessen sich verengenden Querschnitt desRauchkanales. Bei alledem zeigte der von Rnmford konstruierte früher in Frankreich alsoüsminss äs Rninkorä viel benutzte Kamin die schon im vorhergehenden Abschnitt er-wähnten Mängel, insbesondere die bei Holzfenerung infolge des geringen Nahrungs-vermögens dieses Brennstoffes vorhandene geringe Wärmeausnntzung.

Abb. 688 zeigt einen vom Engländer Douglas konstruierten, znr Benutzung vonSteinkohlen und zu zweckmäßiger Luftanwärmung eingerichteten Kamin, der als einwirksamer Lustheizapparat gelten kann, jedoch bezüglich der Wärmeausnutzung vonneueren Konstruktionen noch übertroffen wird. ,Die äußere frische Luft, die aus demFreien oder aus einem Vorranme des Hauses entnommen werden kann, tritt durch diein der Wand angebrachte Öffnung a hinter der Feuerstelle ein und zieht in dem Schachte bempor, welcher das senkrechte, unten den Feuerranm bildende Rauchrohr o umgibt. Durch