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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Die Bearbeitung der Bausteine.

Geschichtliches. Arien und Prüfung der Gesteine.

ie Gewinnung und Bearbeitung natürlicher Gesteine für bauliche und andereZwecke ist uralt. Sie ist mit dem Fortschritt der Kultur Hand in Hand ge-gangen. Die Verbesserung des Werkzeuges, der Übergang von dem steinernenWerkzeug zur Bronze und von dieser zum Eisen und Stahl, hat die Möglich-keit sorgfältiger Bearbeitung der zum Banen benutzten Felsen wesentlich er-weitert. Schon die Überreste altägyptischer Bauwerke legen Zeugnis dafürfrühzeitig die Geschicklichkeit der Steinmetzen auf einer hohen Stufe stand.Staunend ersehen wir, das; die Mittel jenes durch seine riesigen Tempel, Obelisken,Pyramiden unvergeßlich gewordenen, vergangenen Kulturvolkes am Nil zur Bearbeitungder härtesten Gesteine wie Tiorit, Basalt und Granit den unseren nur wenig nachstanden.Nur mit vollkommenem Werkzeug ist es möglich geworden, die gewaltigen rätselvollenBauwerke auszuführen, deren hoch ragende Ruinen und tiefe Fclshöhlcn noch heute höchsteBewunderung erregen, und die wie durch das Wirken von Natnrkräften hervorgerufenerscheinen. Es ist das Verdienst eines neueren Forschers, W. M. Flinders Petrie , durchsachverständige Prüfung einer Anzahl Proben halbfertiger, augenscheinlich von den alt-ägyptischen Werkleuten verworfener Arbeitsstücke festgestellt zu haben, daß schon die Ägypterharte Gesteine mit geraden und kreisrunden Sägen, sowie mit einfachen und röhren-förmigen Bohrern bearbeiteten, deren Zahnspitzen oder Schneiden durch eingesetzte Edel-steine hergestellt waren. Durch die Betrachtung der tief eingearbeiteten, zusammen-hängenden und gleichmäßigen Furchen auf den Arbeitsflächen solcher Probestücke mußman zu dem Schluß gelangen, daß die verwendeten Werkzeuge sehr kräftig geführt wordenfind. Wenn auch die Art der verwendeten Edelsteine aus den aufgefundenen Überrestennicht bestimmt nachgewiesen werden konnte, beschränkt sich die Reihe der möglichenMaterialien doch nur auf wenige Edelsteine, so daß man auf die Anwendung von Korundoder noch wahrscheinlicher von Diamant schließen muß.

Auch die alten Römer kannten bereits Maschinen znr Bearbeitung von Steinen.In den Schriften des römischen Dichters Magnns Aufonius, der im 4. Jahrhundert n. Chr.zu Burdigala (Bordeaux) lebte, findet sich ein Hinweis auf eine Wassermühle zumSchneiden von Steinblöcken, die an der Roer gelegen war, einem Nebenflüßchen derMaas, das auf der Hohen Fenn in Rheinpreußen entspringt und über Jülich nach Holland fließt. Aus anderen Nachrichten geht hervor, daß man damals und wohl auch späternoch Steinsägen gebraucht haben soll, die aus einer Holzlatte bestanden, an deren KanteFenersteinspitzen mittels eines Kittes befestigt waren. Nach Annahme des römischenSchriftstellers Plinius soll die Sägemühle zum Schneiden von Steinen in der altpersischenLandschaft Karien erfunden worden sein. Jener alte Autor scheint zu dieser Annahmedadurch gelangt zn sein, daß das berühmte Grabmal des Königs MausoluS in Hali-karnaß, welches im Jahre 350 v. Chr. erbaut sein soll, mit scheinbar geschnittenenMarmorplatten belegt war und er kein älteres Bauwerk solcher Art kannte. Plinius

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