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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Die Bearbeitung der Bausteine.

der übrigen Flüchen des Werkstückes über, indem man eine Ecke des Schlageiscns als Reiß-nadel zum Vorzcichnen bezw. Prüfen der Flächen benutzt.

Bearbeitung der Steinflächen durch Maschinen. Bei der Konstruktion vonSteinbearbeitungsmaschinen, die zur Erzeugung genauer Flächen an Hausteinen konstruiertworden sind, ist fast immer der Gedanke maßgebend gewesen, die Handarbeit des Stein-metzen, also die Handhabung der Picke und des Schlageisens nachzuahmen. Mancherleinach dieser Richtung hin angestellte Versuche sind von geringem oder ungenügendem Er-folge gekrönt worden, aus naheliegenden Gründen. Für die erfolgreiche Thätigkeit einerMaschine ist es Bedingung, daß die Maschine erheblich mehr Arbeit in gleicher Zeitleistet, als der geschickteste fleißigste Arbeiter mit der Hand zu leisten vermag. Zu diesemZweck muß die Maschine entweder eine größere Anzahl von Werkzeugen gleichzeitig be-thätigen, oder sie muß das Werkzeug mit größerer Geschwindigkeit in Bewegung bringen,als es mit der Hand möglich ist. Das erstere findet bei der Steinbearbeitung Schwierig-keiten darin, daß bei der gleichzeitigen Bethätigung vieler Werkzeuge infolge ihrer nichtzu umgehenden verschiedenen Härtegrade und ihres Angriffes auf verschieden harte Stellendes Steines die einzelnen Teile des Werkzeuges ungleichmäßig abgenutzt werden. Da-gegen hat das Werkzeug, welches den zweiten Gedanken verfolgt, schnell wiederholte Be-wegungen auszuführen, in neuerer Zeit einige Erfolge gehabt. Es ist dies der sogenannteLuftdruckmeißel, eine kleine, dampfhammerartige, durch hochgespannte Luft betriebeneKolbenmaschine, die den Gesteinsbohrmaschinen mit Preßluftbetrieb nahe verwandt ist.Der durch die gepreßte Lust betriebene Kolben treibt direkt das Werkzeug, welches nachArt der Schlageisen geformt ist, vor und macht in der Minute 8000—15 000 Spiele,so daß dem Gehör nur ein schnurrendes Geräusch bemerkbar wird. Hieraus und aus demUmstände, daß das Maschinchen von dem Arbeiter mit der Hand gegen den Stein geführtwird, ohne einen unregelmäßigen Druck ausüben zu müssen, da die Stöße durch die Massedes Maschinchens aufgenommen werden, geht die Überlegenheit des Apparates in seinerLeistungsfähigkeit für gewisse Arbeiten gegenüber der Handarbeit hervor.

In anderer Hinsicht scheint die Nachahmung der Handarbeit durch mechanische Vor-richtungen nicht zweckmäßig. Ein geschickter Steinmetz wird bei seiner Arbeit dieStärke und den Winkel des Schlages entsprechend dem Härtegrade und der Beschaffenheitdes zu bearbeitenden Steines an dessen verschiedenen Stellen zweckmäßig ändern undüberhaupt die Schläge mit einer gewissen Elastizität ausführen. Der Steinmetz wirdsomit bei der Handarbeit an den weichen Stellen des Steines größere Stücke losbrechenals an den harten Stellen, um seine Arbeit nach Möglichkeit zu fördern. Nun arbeitetzwar beispielsweise der Luftdruckmeißel mit viel weniger heftigen Stößen als die Hand,so daß die Gefahr eines unbeabsichtigten Absplitterns des Gesteins nur gering ist, aber dieStärke und die Richtung des von der Maschine ausgeübten Schlages läßt sich nicht, odernur schwer genau der Beschaffenheit des Steines anpassen, weil hierzu der praktischeBlick und das durch Übung geschärfte Gefühl einer sachverständigen Persönlichkeit, kurzeine Art geistiger Thätigkeit notwendig ist, welche die Maschine niemals ersetzen kann.Wenn anderseits eine Anzahl Meißel gleichzeitig auf mechanische Weise zur Wirkunggebracht werden, so stellt sich infolge der ungleichmäßigen Abnutzung der Übelstand desoft wiederholten Schärfens der einzelnen Werkzeuge der Förderung der Arbeit störendin den Weg; hierdurch wird ein oft wiederholtes Anhalten der Maschine notwendig,welches deren Leistung naturgemäß erheblich verringert. Der geschickte Steinmetz kannim Gegensatz hierzu die Schürfe seines Werkzeuges durch entsprechende Führung viel nach-haltiger ausnutzen.

Was hier von den Maschinen mit stoßendem Werkzeug gesagt wurde, gilt mehr oderminder auch für die zur Gestaltung der Steine vorgeschlagenen Maschinen, welche nachArt der Metallhobclmaschincn durch Loslösen eines gleichmäßigen Spanes wirkensollen. Gegen diese Wirkungsweise spricht die Eigenart der Steine. Die einzelnen Spänelösen sich wegen ihrer Sprödigkeit in muscheligen oder schieferigcn Bruchflüchen ab, so daßdurch die vorspringenden Kanten der gebildeten Flächen der fortschreitende Stichel sehrstark abgenutzt wird; außerdem weicht die entstehende Fläche, wegen der Härte des Steines,