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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Hauptbestandteile der Glasmasse.

gewissen Säuren, namentlich in Salpetersäure und Essigsäure löst es sich leicht und bildetmit demselben Salze. Reines Bleioxyd erhält man durch gelindes Glühen des kohlen-sauren und salpetersauren Bleies. Im Großen und für gewöhnliche Zwecke wird es ingenügender Reinheit beim Abtreiben des silber- und goldhaltigen Bleies als Nebenprodukterhalten, oder durch gelindes Schmelzen von Blei an der Luft dargestellt. Erstereskommt unter dem Namen Bleiglätte, letzteres als Massicot in den Handel. In derGlasfabrikation dient es hauptsächlich zur Herstellung von optischen Gläsern. Aus derBleiglätte oder aus dem Massicot stellt man durch Glühen in besonders konstruiertenÖfen die Mennige her, die als eine Verbindung von Bleioxyd und Bleisuperoxyd an-zusehen ist. Sie stellt ein sehr schön ziegelrotes, schweres Pulver dar, das auch unterdem Namen Minium in den Handel gebracht wird. Der hohe Preis der Mennige istdie Ursache gewesen, daß sich die Glassabrikanten nach einem billigen Ersatz umgesehenhaben, und man hat versucht, statt desselben schwefelsaures Blei, das als Abfallproduktgewonnen wird, einzuführen, doch stößt man dabei auf Schwierigkeiten, da infolgedes höheren Kohlenzusatzes oft auch Blei reduziert wurde, welches das Glas schwarzfärbte. In Gemeinschaft mit Kali wird die Mennige hauptsächlich zur Krystallglasfabri-kation verwandt.

Zink. Dasselbe wird als Zinkoxyd benutzt und bildet ein weißes, lockeres, beijedesmaligem Erhitzen gelbwerdendes Pulver, welches unlöslich in Wasser, löslich inSäuren ist und damit Salze bildet; in starker Weißglühhitze verflüchtigt es sich. Manstellt dasselbe durch Erhitzen des Metalls an der Luft dar. Für technische Zwecke wirdes fabrikmäßig dargestellt und kommt dann als Zinkweiß in den Handel. Auch alsZinkblende versuchte man das Zink in die Glasmasse einzuführen, doch stehen die reinenZinkgläser den Bleigläsern an Güte noch weit nach. Im Vergleich mit Kalkgläsern er-scheinen sie dagegen vollständig untadelhaft.

Bor. Bei der Darstellung von optischen Gläsern und Straß, sowie in der Emaille-Malerei findet Bor Anwendung und zwar sowohl als Borsäure, wie als Borax. DerBorax bildet farblose, durchsichtige, an der Luft oberflächlich verwitternde, monoklineKrystalle, die beim Erhitzen ihr Krystallwasser verlieren und sich dabei schwammartigunter bedeutender Volumzunahme aufblähen. Höher erhitzt schmelzen sie zu einem klarenGlase, das an der Luft jedoch durch Wasseranziehung wieder trübe wird. In Wasseraufgelöst beobachtet man eine alkalische Reaktion der Lösung.

In einigen Seen Chinas, Tibets und anderer asiatischen Länder ist Boraxiu Auflösung enthalten, wird durch Verdunsten des Wassers im rohen Zustande ge-wonnen und kommt unter dem Namen Tinkal in den Handel.

Eine Verbindung von Borax mit borsaurem Kalk bildet ein unter dem Namen: Boro-uatroncalcit: P 18 8^0 bekanntes Mineral, welches gleichfalls zur

Darstellung von Borax verwendet wird.

Natron. Das Natron wird der Glasmasse in verschiedenen Verbindungen zugeführt,und zwar: als kohlensaures Natron, d. i. Soda, als schwefelsaures Natron, d. i. Glauber-salz, und als Chlornatrium, d. i. Kochsalz.

Das unter dem Namen Soda bekannte neutrale kohlensaure Natron: 8gz60g-s- 108g0, Natriumkarbonat , bildet große, farblose, monokline Krystalle. An der Luftverwittern die Krystalle sehr schnell, indem sie dabei undurchsichtig werden und zu einemWeißen Pulver zerfallen. Wie überhaupt, so ist auch hier das Verwittern darin begründet,daß das die Krystallgestalt bedingende Krystallwasser entweicht und der Krystall somit zer-fällt. Erwärmt schwitzt das Salz anfänglich in seinem Krystallwasser und wird dann zuwasserfreiem Salze, indem alles Wasser ausgetrieben wird. Es entsteht dann die sogenanntekalcinierte Soda. In Wasser ist das Salz leicht löslich. Läßt man es aus warmer Lösungauskrystallisieren, so krystallisiert es mit 7 Molekülen Krystallwasser. Bis zur Rotgluterhitzt, schmilzt es zu einer klaren, beim Erkalten krystallinisch erstarrenden Flüssigkeit.Gs schmeckt und reagiert alkalisch. Das kohlensaure Natron findet sich an einigen Ortender Erde, so namentlich in Ungarn und Armenien , im Wasser gewisser kleiner Seen,welche beim Verdunsten während der heißen Jahreszeit Salzmassen absetzen, die neben