Die Glashäfen. Vorbereitung des Glashasenthones.
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' Wahl und Vorbereitung des Glashafenthones.
' Das einzige Material, das dies einigermaßen vermag, ist der Thon, und auch dieWiderstandsfähigkeit des Thones ist keine absolute, da er an und für sich zwar sehr schwer,aber nicht unschmelzbar ist und sich z. B. schon in der Weißglut glasiert und in Berührungmit Alkalien zu einer email- oder glasnrähnlichen Masse zusammenschmilzt. Die Be-schaffenheit der zum Bau der Glashäfen und Wannen benutzten Thone ist für den Glas-sabrikanten von außerordentlicher Wichtigkeit, und die Güte dieser Materialien stellt oftdas Gedeihen und Bestehen einer Glashütte in Frage. Daher ist es für die Fabrikantenunumgänglich notwendig, sich eine eingehendere Kenntnis derselben zu verschaffen, damitsie das ihnen gelieferte Material prüfen oder bei Angeboten von neu aufgefundenemMaterial die Güte desselben kontrollieren und dasselbe mit dem alten, bewährten Materialvergleichen können.
In erster Linie ist es wünschenswert, zu wissen, ob die zur Verwendung kommendenThone den hohen Hitzegraden zu widerstehen vermögen, die erforderlich sind, das Glas-gemenge bis zum klaren Fluß zu läutern; daneben auch, ob und wie weit dieselben denauflösenden Einwirkungen des Glassatzes widerstehen. Diejenige Hafenmasse ist die beste,welche der Schmelze am längsten standhält. Von den Thonen, die dies bis zu einem gewissenGrade zu thun vermögen, ist erfahrungsgemäß solchen den Vorzug zu geben, die sich inihrer Zusammensetzung möglichst der reinen Thonsnbstanz ^IzOg, 2 810z, 28g0 nähern.In geologischer Beziehung finden sich solche Thone hauptsächlich in der Tertiär- undKreideformation. Doch nicht alle hier gefundenen Thone eignen sich zum Bau der Glas-schmelzöfen, sondern nur diejenigen, die neben möglichster Reinheit ein hohes Maß vonBildsamkeit, Plastizität, besitzen. Die Bildsamkeit muß so weit gehen, daß dem Thon50—60 o/o Magerungsmittel, gewöhnlich Chamottekörner in verschiedenen Größen, zu-gesetzt werden können, ohne daß die gemagerte Masse erheblich an Plastizität verliert.Außerdem müssen diese Thone bei möglichst niedriger Temperatur vollständig dicht brennen,da dichtgebrannte Massen der Glasschmelze erfolgreicher widerstehen können, als poröse,denn in diese kann die Glasmasse eindringen, wie Wasser in einen Schwamm; ein mitGlasmasse getränkter Scherben hält jedoch den hohen im Glasofen herrschenden Temperaturennicht stand, weil die Hafenmasse durch die erhebliche Alkaliaufnahme leichter schmelzbar wird.
Die Untersuchung einer großen Zahl von Thonen, welche zur Glasfabrikation be-nutzt werden und sich bewährt haben sollen, hat ergeben, daß unter Umständen schon Thonegenügend feuerfest sind, deren Schmelzpunkt bei Segerkegel 30 liegt; jedoch ist ein höherschmelzender Thon vorzuziehen, wenn die übrigen Forderungen, Plastizität und leichteSinterung, gleich gut erfüllt werden. Bei der Beurteilung des Bindevermögens ist dieGröße der Chamottekörner und auch das Verhältnis, in welchem die einzelnen Korngrößengemischt sind, in Betracht zu ziehen. Über die Größe und das Verhältnis der Chamotte-körner, welche Verwendung finden, lassen sich keine bestimmten Normen aufstellen.Während früher vielfach das Mehlfeine, welches beim Zerkleinern entstand, ganz ver-worfen wurde, wird dasselbe jetzt mit verarbeitet, weil sich ergeben hat, daß der Binde-thon ohne Versatz mit mehlfeinen Magermitteln zu stark schwindet und infolgedessen RisseZwischen den einzelnen Körnern entstehen, welche besser vermieden werden. Die Industriefeuerfester Produkte umgeht das starke Schwinden im Feuer dadurch, daß sie den Binde-thon gleichzeitig mit Kaolinen verarbeitet; auch in der Glasindustrie wird den Massengern ein kaolinartiger Zusatz gegeben.
Eine seit lange bewährte Hafenmasse, welche einer Glashütte entnommen wurde,zeigte auf 100 Teile Hafenthon 120 Gewichtsteile Chamotte ; letzterer ergab bei einernäheren Prüfung durch Sieben, daß die Zerkleinerung so weit ging, daß auf einem Siebe5on 4 Maschen pro Qnadratzentimeter kein Rückstand hinterblieb; 20 verblieben aufdem Siebe von 60 Maschen auf den Quadratzentimeter; 12 "/„ auf einem Siebe von120 Maschen, 24 o^ auf einem Siebe von 900 Maschen, 30°/o auf einem Siebe von5000 Maschen, 14 o^ waren so fein, das sie durch ein Sieb von 5000 Maschenhindurchfielen.