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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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208 Glasindustrie.

Die Korngröße der Mcigerungsmittel ist auf die Widerstandsfähigkeit und Dauer-haftigkeit von großem Einfluß, und man gibt die Magerungsmittel deshalb in verschiedenenKorngrößen dem Bindethon hinzu.

Um ein möglichst frühes Dichtbrennen der Hafenmasse herbeizuführen, muß maneinen Teil der Magerungsmittel als feines Pulver hinzusetzen. Man erhält dann außer-dem eine plastischere Masse, die sich bequemer verarbeiten läßt und welche es erlaubt, dieHäfen möglichst dünnwandig herzustellen. Daneben ist jedoch ein Zusatz von gröbererChamotte erforderlich, um die Häfen und Wannen unempfindlicher gegen Temperatur-wechsel zu machen. Die Mengenverhältnisse der zuzusetzenden Magerungsmittel und derenKorngröße werden für jeden Thon durch Versuche ermittelt, und es empfiehlt sich, mitsolchen Untersuchungen ein Spezial-Laboratorium zu betrauen.

Der Bau der Häfen.

In fast allen Glashütten, auch bei den kleinsten Betrieben, findet man einen be-sonderen Raum, die Hafenstube genannt, in welcher die Häfen hergestellt werden. DieHerstellung geschieht durch besondere Arbeiter, die bei größeren Betrieben einem Hafen-meister unterstellt sind. Aber auch jedes kleinere Werk hat seinen besonderen Hafenmacher,

der ein zuverlässiger und treuerArbeiter sein muß, da von derGüte der Häfen viel für den Fa-brikanten abhängt.

Um für einen Thon, dessenchemische Zusammensetzung mankennt, und dessen physikalische Eigen-schaften, wie Schmelzpunkt, Dicht-brenntemperatur und Schwindung,man durch Versuche ermittelt hat,die richtige Menge der Mage-rungsmittel selbst leicht heraus-finden zu können, fertigt man etwaeinen Monat vor Beginn der lau-fendenHafenfabrikationzehnProbe-häfen aus zehn verschiedenen Ge-mengen; jeder Hafen wird miteiner Nummer und dem Tage seiner Herstellung bezeichnet. Nicht brauchbare Häfenerkennt man schon während des Trocknens; zu magere Häfen erhalten am Boden Risseund Sprünge, zu fette Häfen bleiben lange feucht, sie geben also ihr Wasser schwer ab,sind kleiner als die anderen, also stark geschwunden. Die als zu fett oder zu magererkannten Häfen läßt man unberücksichtigt und beginnt nun mit der Fabrikation vonHäfen mittlerer Zusammensetzung. Sobald die Versuchshäfen mittlerer Zusammensetzungvollkommen trocken sind, bringt man sie zusammen, in den Ofen und beobachtet sie vomEinsetzen an bis zu ihrer Zerstörung. Die einzelnen Beobachtungen beim Trocknen derHäfen und im weiteren Gebrauch, sowie die Massenzusammensetzungen, Korngröße, An-machewasser u. s. w. notiert man sich für jede Hafenzusammensetzung und erhält somit fürdie Zukunft die nötigen Anhaltspunkte.

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207. Schlümmvorrichtnng.

Eine deutsche Weißtafelglashütte stellte gute, brauchbare Häfen aus folgender Mischungher: 3 Teile Groß-Almeroder Thon, roh, 2 Teile Meißener Thon, roh, 3 Teile Chamottevon Kulmiz-Saarau in Schlesien , 3 Teile Hafenschale (schwach gebrannt). Das Verhältnisvon rohem Thon zu gebranntem betrug demnach 5:6.

Hat man so durch Gebrauch eines Thones oder durch Zusatz und Vermengen einegute Hafenmasse herausgefunden, so geht man an die Fabrikation der Häfen, wobei essich empfiehlt, stets einen größeren Borrat anfertigen zu lassen, da gut ausgetrocknete alteHäfen den Einflüssen der Schmelze und Temperatur besser widerstehen. Zunächst wirdder Rohthon mit der nötigen Menge Chamotte versetzt und sorgfältig durcheinander