Formen der Glashäsen. 215
Druck. Zwischen Preßkolben und Deckelring wird ein kleiner Spalt gelassen, durch welchendie Luft und ein etwaiger Überschuß von Thon entweichen können. Damit beim Zurück-ziehen des Kolbens der Thon nicht an diesem kleben bleibt, ist der Kolben mit Luftlöchernversehen, und diese sind gegen Eindringen von Thon während der Pressung durch eineZinkblechplatte geschlossen, welche vor dem Pressen auf den Thonklumpen aufgelegt undnachher aus dem fertigen Gefäß herausgenommen wird. Das Gesäß wird dadurch ausder Form entfernt, daß dieselbe auf ein Geleise von Winkeleisen gezogen wird, zwischenwelchen das Objekt nach unten hinausrutscht auf ein untergehaltenes Brett, auf welchemes nun in den Trockenraum gebracht wird. Die Leistungsfähigkeit der Maschinen ist3—4 Häfen pro Stunde. Vorzüge der maschinellen Fabrikation der Häfen sollen sein:Große und billige Produktion, Verwendung sehr trockener und grobkörniger Masse, großeHaltbarkeit der hergestellten Gefäße.
Das Trocknen der auf die eine oder andere Weise hergestellten Häfen erfordertsehr viel Aufmerksamkeit. Wegen der Ungleichheit der Wandstärke zwischen Boden undSeiten der Häfen neigt die Masse dazu, amBoden rissig zu werden, wenn die Trocknung nichtganz allmählich vor sich geht und die Häfen vorTemperaturwechsel und Zug nicht geschützt werden.
Das Trocknen erfolgt zweckmäßig bei sehr niedererTemperatur, die ganz allmählich alle fünf Tageum einen Grad gesteigert wird, bis schließlichnach 4 Monaten die Temperatur auf 40° 0. ge-stiegen ist. Die Feuchtigkeit in dem Trockenraumewird zweckmäßig mittels eines Haarhygrometersfestgestellt. Stellt sich dabei heraus, daß dieFeuchtigkeit im Trockenraum eine zu große ist,so wird für Luftwechsel gesorgt. Nach etwa vierWochen sind die Häfen so weit abgetrocknet, daßinan sie ohne Gefahr umkehren kann; man thutdies, so daß der Boden nach oben gerichtet ist.
Aus diesem Glashafenthone, der zumBau benutzt worden ist, fertigt man auch dieRinge und Klammern. Die Ringe oderScheiben werden auf das geschmolzene Glasgelegt, um während des Blasens die Glas-oberfläche innerhalb derselben stets rein zu halten.
Die Klammern sind umgebogene Thonstreifen, deren langer Schenkel etwa 20 oiuHöhe hat bei einer Breite von 6 — 8 ein und 2 ein Stärke. Sie dienen dazu, sonstbrauchbare Häfen, die am oberen Rande einen Sprung erhalten haben, durch eine solcheKlemme noch weiter für den Gebrauch geeignet zu machen. Der Hafenmacher nimmt dieKlemme auf eine eiserne Zange und wärmt sie sehr vorsichtig in einem Kühlofen an.Dann wird der Riß im Hafen so zugedeckt, daß der lange Schenkel an die innere Seitedes Hafens sich fest anschmiegt und den Riß vollständig deckt. Die Klammer verbindetsich fest mit dem Hafen und verhindert ein Weiterschreiten des Risses, so daß der Hafenwieder benutzt werden kann. Beim Betriebe mittels Wannenöfen werden die dabei ge-brauchten Raffinerieschiffchen ebenfalls aus Hafenmasse hergestellt. Diese Schiffchensind in der Regel 1 m lang, 0,s m breit und 0,ss m tief und schwimmen vor denArbeitslöchern auf dem Glase, schöpfen durch Öffnungen a Glas aus den Wannen in denRaum llg alsdann fließt die Glasmasse über die Querwand 'Vp in den Raum K, wobeisie der Läuterung unterworfen wird, um sodann durch die Öffnung Ö in den Raum R'zu fließen, von wo sie vom Glasmacher entnommen wird.
Ehe die Häfen in den Ofen gebracht werden, um die Glasmasse in sich aufzunehmen,ist es zweckmäßig, dieselben auf die Temperatur des Schmelzofens zu erhitzen. DiesesAnwärmen geschieht in dem Temperofcn, einem Flammofen, der in der Regel mit
sss u. SS4. Nafsmrrirschiffchen.