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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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218 Glasindustrie.

die Roststeine K eingefügt sind. Dadurch wird der freie Raum in zwei Teile geteilt, vondenen der untere Raum der Luftkanal und Aschenfall ist, seine Höhe beträgt */g in,feine Breite 40 m. Zwischen den Roststäben bleibt ein beträchtlicher Raum frei, durchwelchen der Luftzutritt möglich wird. Der Unterbau der Bank findet über der Schür-grube 8 seine Fortsetzung und geht durch einen Gewölbebogen in die um den ganzenOfen herumgehende Bank über. Auf der Hafenbank finden 8 Häfen Aufstellung. Kappeund Hauptgewölbe bestehen ebenfalls aus geschlagenem Thon. In jedem Hafen konntenetwa 200 üg Glas geschmolzen werden, und ein solcher Ofen erforderte für die Schmelze24 Stunden, wobei 7000 Holz verbraucht wurden. Zur Feuerung wurden, wennangängig, weiche harzreiche Holzarten gewählt, um große Flammen zu erzielen. Aberauch andere Holzarten konnten in ganzen Scheiten verwendet werden. Das Holz wurdemöglichst trocken verbraucht und zu diesem Zwecke vorher trocken gedörrt, wozu man denoberen Teil des Ofens oder einen besonderen Ofen benutzte. Ihre Vorzüge waren starkeFlammbarkeit bei wenig Rauch und Benachteiligung durch Flugasche , sowie Billigkeit undEinfachheit der Anlage. Das Brennmaterial ist jedoch für die meisten Gegenden zu kost-spielig, und es sind daher diese Öfen nur in sehr waldreichen Gegenden, wie im ThüringerWalde, in Pommern , im Böhmer Walde und Steiermark zu finden.

Die Einführung der Öfen mit Kohlenfeuerung ging von England aus. Dort hatteMansell bereits 1635 mit Steinkohle anstatt mit Holz zu schmelzen begonnen, indem

erzum Schutz des Glasesgegen Verunreinigungdurch denKohlenruß be-deckte Tiegel anwandte.Der Umstand, daß manin diesen nicht die zumLäutern erforderlicheTemperaturzu erzeugenvermochte, gab Veran-lassung, daß man durchEinführung des Blei-oxyds das Glas leichterschmelzbar zu machensuchte. In Deutschland fand die Heizung mit Steinkohle, Braunkohle und Torf erstAnfang des 19. Jahrhunderts allmählich Eingang. Von großer Wichtigkeit für die Öfenmit Kohlenfeuerung ist die zweckmäßige Anlage der Feuerung, und namentlich für denRost müssen die richtigen Dimensionen gewählt werden. Unter dem Rost läßt man einengrößeren Raum frei, um einen starken Luftzug hervorzubringen, welcher noch verstärktwird durch das Anbringen von Schornsteinen. Oft umgibt man noch den ganzen Ofenmit einem kegelförmigen Mantel, der — an der Spitze offen — das Aufsteigen der er-wärmten Luft herbeiführt und dadurch den Zug vermehrt.

AIs Beispiel für einen runden Ofen für Tafelglas mit Nebenöfen und Kohlenfeue-rung sei folgender kurz beschrieben: Der abgebildete Ofen ist für 8 Häfen bestimmt, undin demselben können etwa 1500 üg Tafelglas geschmolzen werden. Der Steinkohleuver-brauch beträgt in 24 Stunden 1500 Dem eigentlichen Ofen sind 4 Nebenöfen ange-ordnet; diese werden zum Glühen der verschiedenen Materialien gebraucht und dienenzum Anwärmen der Häfen, sowie event, als Luftöfen zum Abkühlen der gefertigten Glas-waren. Der Aschenfall R ist ziemlich hoch, und über diesem, der zugleich Zugkanal ist,liegt der Rost R'. Über die Treppe 3? gelangt man in den Vorofen 0 und von hieraus zu den mit Formsteinen verstellbaren Schürlöchern 8 8. Die Höhe der Brücken fürÖfen mit Steinkohlenfeuerung richtet sich nach dem Brennmaterial. Für kurzstämmigeKohle genügt eine Bankhöhe von 0,s bis 0,s in; für langflammige Kohle werden dieBrücken so hoch wie die Häfen gemacht. Das Gewölbe des Vorofens und eigentlichenOfens bilden verengte Kanäle, durch welche die Flammen in die Glüh- und Anwärme-öfen L. ü. streichen. II ist die äußere Umkleidung des Gewölbes. Vielfach ist die Ein-

22s. Gfrn für Kohlrnfciirrung-