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Grundbegriffe: Elemente. Atome und Moleküle.
Namen nicht erst auszuschreiben, weil schon für den täglich sich mit diesen Namen Beschäf-tigenden ihre Anfangsbuchstaben, etwa nach Art der Abkürzung der Vornamen bet denMenschen, zu ihrer Unterscheidung genügen. So schreibt man für Aluminium ^1, fürBrom Lr. Da aber die Chemie nicht nur in Deutschland ausgebildet worden ist, sinddie Abkürzungszeichen mancher Elemente ihrem internationalen Namen, der nicht mitdem deutschen übereinstimmt, entnommen worden, so schreiben wir 0 für SauerstoffiOx^Asniurn), U für Wasserstoff (U^äroAoalnin), 0 für Kohle (Oarbo). Besteht nun eineVerbindung aus Natrium und Brom , so brauchen wir nur blaLr zu schreiben, um dasjedem Chemiker verständlich zu machen, und lassen wir auf diese Substanz z. B. Chloreinwirken, geben wir Chlor zu ihr zu, so drücken wir das durch ein -st Zeichen aus.Was bei der Einwirkung entsteht, setzen wir hinter ein Gleichheitszeichen, so daß dasGanze die Form einer Gleichung annimmt, also z. B.
Ns,Lr -fi 01 --- bksOI fi- Lr,
wenn Chlor auf Bromnatrium wirkt, so bilden sich, wie aus der Gleichung ersichtlich ist,Chlornatrium und Brom .
Nun braucht man natürlich sich nicht damit zu begnügen, nur festzustellen, daßChlor auf Bromnatrium wirkt, sondern kann die „Reaktion" insofern weit gründlicherverfolgen, als man die Wage zu Hilfe nimmt und sieht, wie viel Chlor nötig ist, um einebestimmte Menge Bromnatrium quantitativ also vollständig zu zerlegen. Man findet dann,daß von jedem Element stets ein ganz bestimmtes Gewicht nötig ist, um andere Elementein quantitativer Weise zu verdrängen oder um sich mit ihnen quantitativ zu verbinden,bezw. man findet bei der Einwirkung auf ein anderes Element, daß das zweifache, drei-fache, vierfache dieses Gewichts gebraucht wird, kommt also immer zu verhältnismäßig sehreinfachen Zahlen, nach denen die Elemente sich miteinander verbinden oder aufeinanderwirken. Nun ist es möglich, wenn man alle Elemente ins Auge faßt und sieht, daß beiihnen allen immer eine bestimmte Zahl wiederkehrt, aus diesen Zahlen das Gewichtihrer Atome — so nennt man mit einem dem Griechischen entstammenden Worte diekleinsten Teile der Elemente — herzuleiten. Als Einheit wird das Atomgewicht desWasserstoffgases, des leichtesten aller Körper, angenommen. Unter dieser Voraussetzungwiegt z. B. das Atom Eisen 56, das Atom Kupfer 63. Diese Zahlen sind nun absolutzuverlässig, ebenso zuverlässig, wie die unseres gebräuchlichen Gewichtssystems. Sagenwir z. B., ein Paket wiegt 107 so sagen wir damit, es ist 107 mal so schwer wie 1 g-,was aber das Gramm wiegt, wissen wir so wenig, als was ein Wasserstoffatom wiegt,denn überall ist es nötig, eine Annahme als GrundlageM machen, auf die sich dasweitere bezieht, das zum Vergleich beim Wägen dient.
Man hat nun die Atomgewichte aller bekannten Elemente bestimmt, und wir lassenumstehend eine Tabelle folgen, welche die Namen aller Elemente nebst ihren abgekürztenBezeichnungen und den Gewichten ihrer Atome enthält.
Während die kleinsten Teilchen der Elemente also als Atome bezeichnet werden,können die kleinsten Teilchen von zusammengesetzten Körpern nicht Atome benannt werden,weil sie doch aus einer Anhäufung mehrerer Atome bestehen. So setzt sich Kohlenoxydgasaus einem Atom Kohlenstoff und einem Atom Sauerstoff zusammen, also selbst das kleinsteTeilchen dieses Gases besteht immer noch aus zwei Atomen. Wir bezeichnen deshalb diekleinsten Teilchen aller zusammengesetzten Substanzen mit einem anderen Worte, nämlichals Moleküle (vom lateinischen uioisoula abgeleitet).
Betrachtet man nun die ungeheure Anzahl chemischer Verbindungen, die es gibt,und ihr Verhalten, so findet man darunter gewisse einfache Vorkommnisse, die zur Er-klärung auch der komplizierteren Erscheinungen dienen können. Trotz endloser Mühe z. B.,die man sich gegeben hat, hat man nur je eine Verbindung zwischen Wasserstoff und Chlor,Zwischen Wasserstoff und Brom u. s. w. herzustellen vermocht, und so kann man schließen,daß es in der That nur eine solche zwischen diesen Elementen gibt. Die Atome dieserElemente sättigen mit anderen Worten in diesen Verbindungen die Kraft, mit welcherße sich gegenseitig aneinander zu ketten vermögen, völlig ab. Ein Atom eines dieser
Buch der Erfind. VII. 40