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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Nebenindustrien der Sodasabrikation: Darstellung des Chlorglases.

Der bergwerksmäßig in beliebigen Mengen gewinnbare Braunstein, er findet sich inder ganzen Welt, ist nur selten das reine Mangansuperoxyd, welches speziell bei denMineralogen den Namen Pyrolusit führt, sondern ein Gemisch von diesem mit anderenan Sauerstoff etwas ärmeren Oxyden des Mangans. Da für die Chlorgewinnung nursein bedeutender Sauerstoffgehalt in Betracht kommt, hat man ganz besondere und schnellausführbare analytische Methoden ersonnen, die in kürzester Frist zeigen, wieviel Chlorirgend ein Braunstein aus einer Salzsäure zu entwickeln vermag, da ja danach sichallein sein Handelswert richten kann.

In Deutschland und Frankreich pflegt man sich zur fabrik- ^

mäßigen Darstellung des Chlorgases zumeist des beistehend abgebil-deten Apparats zu bedienen.

Das Gefäß faßt etwa 375 1. In den Siebeinhang L gibtman den Braunstein, nachdem man die Salzsäure eingefüllt hat. Der /

Deckel des Gefäßes 0 wird von der schon erwähnten RohrmannschenFabrik so vollkommen aufgeschossen geliefert, daß jede Art der Abdich- sss. Pyrowstt.tung, also etwa dasZwischenlegeu vonGummi oder Asbestplatten völligüberflüssig wird, und wer einmal wie Verfasser mit undichten Apparaten hat arbeitenmüssen, Chlorgas in der Technik geschluckt hat, weiß den Wert dieser Vervollkommnung zuschätzen. Die beiden Seitenöffnungen v führen das Gas vermittelst Thonrohrleitungenan den Ort seiner Bestimmung. Man stellt diese Tourills zu sechs und noch mehrerenin große Holzkästen, denn wenn auch anfangs die Chlorentwickelung nach Zusammengabeder Salzsäure und des Braunsteins in der Kälte vor sichgeht, so muß doch später, um den Inhalt der Gefäßeauszunutzen, durch Einleiten von Dampf in den Kastendie Temperatur erhöht werden.

In den englischen Chlorfabriken, aber jetzt auch aufdem Festlande, baut man, um die Verwendung der Tou-rills zu umgehen, aus Sandsteinplatten, die man inTeer gekocht hat, um sie sicher gasdicht zu haben, großeKasten, die die Verarbeitung weit größerer Mengen aufeinmal gestatten. Ihre Abbildung finden wir weiterhin.

Man füllt einen solchen Apparat ziemlich mit Braunsteinvoll, gießt 600 üg Salzsäure hinein und läßt nun direktDampf in die Mischung strömen. Nach etwa 12 Stundenist die Chlorentwickelung beendigt, worauf man die ent-standene Chlormanganlauge ablaufen und frische Salz-säure einstießen läßt, denn die Menge des Braunsteinsreicht für ein weit größeres Quantum von Salzsäure aus.

Niemals gelingt es, alle Salzsäure zur Einwirkung aufden Braunstein zu bringen, und die wegfließende Lauge,die meist 6 °/§ noch von ihr, also sehr viel unausgenutzte Salzsäure, enthält, ist sehrsauer. Wir kommen auf diese „sauren Manganbrühen" noch zurück.

Das erhaltene Chlorgas mußte früher stets an Ort und Stelle und momentan ver-braucht werden, da man es nicht aufbewahren konnte. Das ist also jetzt ganz andersgeworden, und wir sehen hier den zu seiner Verflüssigung dienenden Apparat.Während feuchtes Chlorgas alle Metalle zerstört, hat man gefunden, daß trockeneskomprimiertes Chlor weder für sich noch im Kontakt mit konzentrierter Schwefelsäure,Gußeisen, Schmiedeeisen, Stahl, Phosphorbronze, Messing, Kupfer, Zink, Blei angreift.Deshalb können die Kompressionsvorrichtungen und Aufbewahrungsgefäße aus diesenMetallen hergestellt sein. Der Schutz der bewegten und mit Luft in Berührung stehendenTeile des Apparates gegen die Einwirkung der Schwefelsäure wird durch auf ihrschwimmendes Petroleum erreicht. In einem U-förmigen Gefäß bewegt sich im linkenSchenkel ein Pumpenkolben a in Petroleum o. Dieses ist durch Schwefelsäure, welcheden ganzen übrigen Teil des U-förmigen Gefäßes äak erfüllt, abgeschlossen. An der

Buch der Erfind. VII. 51

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